Freitag, November 30, 2012

Recently Watched Movies #34


  • Ghost Rider: Spirit of Vengeance 55
  • The Dictator 56
  • Year of the Dragon 61
  • Super 8 63
  • Der Turm 77
  • Kurz und schmerzlos 63
  • Chico 53
  • John Carter 48
  • Girl with a Pearl Earring 84
  • James Bond: Skyfall  75
  • Mission Impossible - Ghost Protocol 57
  • Lawrence of Arabia 97
  • Die vierte Macht 50
  • L.A. Takedown 60
  • Alice in Wonderland (2010) 65
  • Der rote Kakadu 80
  • The Iron Lady 45
  • Secrets and Lies 68
  • Chronicle 58
  • Men in Black III 67
  • Russendisko 40
  • Iron Sky 49
  • 21 Jump Street (2012) 56
  • The Grey 83
  • Moneyball 35
  • Safe House 55
  • Four Weddings and a Funeral 68
  • The Cabin in the Woods 78

Freitag, November 16, 2012

Samstag, September 22, 2012

Die glorreichen 7: Die schwächsten Bondfilme



Angeregt von John Kenneth Muirs brillanter Rezension zu Licence to Kill setze ich das fort, was ich vor einigen Jahren begann: 007 in den glorreichen 7. Meine Lieblingsbonds habe ich bereits vor sechs Jahren niedergelegt. Daran hat sich wenig geändert. Heute soll es um die schwächsten Bondfilme gehen. Wie unschön - könnte jemand sagen. Wieso Nieten besprechen? Die klare Antwort lautet: Weil es Spaß macht! Denn Bondfilme sind nicht wirklich übel. Jeder Film der Serie ist auf gewisse Weise sehenswert. Mindestens einmal jedenfalls.  Um jene Bond-Filme, die man nach einmaligem Sehen für einige Jahre verdrängen sollte, geht es jetzt. (Ich freue mich übrigens über regen Widerspruch.)

Ein Film, den ich eigentlich ganz gerne habe, den ich aber gleichzeitig hasse, weil er das Ende der Dalton-Ära zementiert und den Beginn der Dressman-Bonds markiert. Ich habe nichts gegen Pierce Brosnan, aber er konnte mich als Bond nie überzeugen. Er blieb irgendwie gesichtslos. Langweilig. Nicht so charismatisch wie Connery, nicht so selbstironisch wie Moore, lange nicht so hart wie Dalton oder jetzt Craig - einfach uninteressant und öde. Deshalb hat mich Goldeneye auch nie wirklich gepackt. Der ganze Film wirkt unglaublich kühl und kalkuliert. Außerdem führte er mir vor etwa zwei Jahren drastisch vor Augen, wie weit die 90er modisch doch schon zurückliegen (man achte auf das Outfit Natalya Simonovas!).

Die Story ist zwar so gut, dass sie (nach Rechtstreit) in Never Say Never Again recycled wurde. Doch das inoffizielle Remake legt offen dar, woran es dem Original mangelte, nämlich an Bescheidenheit in Bezug auf die Unterwassersequenzen. Irgendjemand ist hier seiner Liebe zum Tauchsport erlegen und hat dafür gesorgt, dass die Unterwassersequenzen deutlich zu lang geraten sind. Überhaupt krankt der Film an seiner Überlänge. Und an der Tatsache, dass zu viele Frames in der finalen Bootsfahrt entfernt wurden: Die übertriebene Geschwindigkeit wirkt hier extrem unnatürlich. Weniger wäre mehr gewesen!



Bond goes Japanese. Toll. Die Anfangssequenz ist großartig. Bonds vermeintlicher Tod ist schließlich ein Topos, der -nach dem Trailer zu urteilen- auch in Skyfall eine wichtige Rolle spielen wird. Dennoch gehört You Only Live Twice nicht zu meinen Lieblingsbonds. Ich gebe zu: Er ist opulenter als seine Vorgänger, hat ausgetüfteltere Gadgets - ein deutlich erkennbares Highbudget. Aber er ist ob seiner Verliebtheit in den eigen Bauchnabel ("Schaut mal, was ich euch alles zu zeigen habe!") nicht gut gealtert. Um es klarer zu sagen: You Only Live Twice hat mehr als eine Länge.


Star Wars trieb auch Bond ins All. Immerhin gibt's eine schöne Sequenz in Venedig und die Wiederkehr des Beißers (Jaws!). Abgesehen davon: Ein ziemlicher Ausfall.

Von vielen als einer der besten Bonds gelistet, gehört er für mich zu den schwächsten. Die Frauenrolle (russische Agentin, die dringend von einem Engländer verführt werden muss, um glücklich und hörig zu werden) und auch die Darstellung der Zigeuner sind alles andere als angenehm. Sicherlich muss man den Film aus seiner Zeit heraus verstehen. Aber das fällt mir in diesem Fall besonders schwer. Und der Catfight der Gipsygirls war -zumindest für mich- schon immer unerotisch und viel zu lang.

Der vermutlich überflüssigste Bond der gesamten Reihe. Liegt's an Madonna? Wohl kaum. Vielmehr ist das gesamte Drehbuch eine Katastrophe. Einzig Rosamund Pike als coole Miranda Frost kann vollends überzeugen. Davon einmal abgesehen ist Die Another Day ein einziges Ärgernis. Die Story scheint beliebig aus altbewährten Bond-Versatzstücken zusammengewürfelt. Hinzu kommen völlig überflüssige Bullettime-Effekte und schließlich ein gelangweilt wirkender Brosnan, dem man deutlich anmerkt, diesen Film nur noch wegen des Geldes zu machen.

Der Totalausfall. Nach dem phänomenalen Start von Daniel Craig in Casino Royale kam 2008 diese Gurke unter der Regie von Mark Forster in die Kinos. Hier gibt es Actionszenen, die sich dermaßen bei den stilbildenden Bourne-Filmen anbiedern, dass einem schlecht wird. Offenbar wurde Bourne-Supremacy-Cutter Richard Pearson erst an Bord geholt, nachdem die Actionszenen bereits am Kasten waren. Anders kann ich mir das Schnitt-Desaster nicht erklären. Abgesehen davon handelt es sich um einen unoriginellen Bondfilm mit furchtbaren Bondgirls und einem grauslichen Bondsong. Sogar das Potenzial der besten Sequenz (Oper in Bregenz) wird fast komplett verschenkt. 

Freitag, September 21, 2012

Recently Watched Movies #33


  • Black Dynamite 68
  • Unknown Identity 65
  • The King's Speech 64
  • Act of Violence 78
  • Caché 84
  • L.A. Confidential 90
  • Deliverance 95
  • An American Werewolf in London 80
  • The Next 3 Days 37
  • Paranoid Park 45
  • Blood - The Last Vampire (2000) 66
  • Haywire 73
  • Close Encounters of the Third Kind 50
  • Un flic 74
  • The Man with the Golden Arm 62
  • Fright Night (2011) 30
  • Beyond a Reasonable Doubt (2010) 35
  • RoboCop IV: Crash and Burn 26
  • Jaws 96

Donnerstag, August 30, 2012

FFF-Ticker: Ein kurzes Resümee


Nach einigen Jahren der Pause bin ich sehr zufrieden mit meiner Ausbeute beim diesjährigen Fantasy Filmfest. Kein Totalausfall war unter den gewählten Filmen, Get Shorty konnte ebenfalls begeistern und der Abschlussstreifen The Baytown Outlaws hat einen gut gelaunt, wenn auch nicht euphorisch, entlassen.

Eine eindeutig positive Entwicklung ist die reduzierte Anzahl an Werbeclips vor den Vorstellungen. Bei früheren Festen vergingen gerne mal 10-15 Minuten, bevor der eigentliche Film begann. Dieses Jahr gab's außer dem obligaten TV-Spielfilm-Spot lediglich ein paar Trailer zu Festivalbeiträgen. Und die schaut man schließlich gern.
 
Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann höchstens die grausame Architektur des CinemaxX, die nicht darauf ausgelegt ist, große Besucherströme entspannt in und aus dem Kino zu leiten. Das Anstehen vor den Filmen gestaltet sich auch wegen des potthässlichen Foyers unangenehm. Zum Glück landet man aber in einem ansehnlichen Saal. Wobei ich hinzufügen muss: Das dieses Jahr neu hinzugekommene Event Cinema im Cinestar ist eindeutig das schickere Kino. Die breiten Ledersessel und der gute Blick auf die große Leinwand von allen Plätzen machen schon was her. Auch das Foyer erscheint weitläufiger, heller, angenehmer - eine gut Entscheidung, diesen Saal auch in Zukunft nutzen zu wollen.

Abschließend noch der Überblick über die besprochenen Filme:

FFF-Ticker: Abschlussfilm - The Baytown Outlaws

Ein würdiger, wenn auch nicht bombastischer Abschluss. Das ist The Baytown Outlaws. Immerhin eine Weltpremiere, die bislang nur dem Fachpublikum in Cannes gezeigt wurde und von Universal vermutlich im November in die US-Kinos gebracht wird. Eine muntere Ballerorgie, die überwiegend auf den verlassenen Straßen des US-amerikanischen Südens spielt. In Alabama, Texas und Tennessee klappern, knattern und knallen die Pistolen, Maschinengewehre und Schrotflinten. Bei all dem Lärm geht leider manchmal die Plot-Logik flöten.

Die drei Oodie-Brüder erhalten den Auftrag, den behinderten 17-jährigen Rob den Klauen des lokalen Obergangsters Carlos (Billy Bob Thornton) zu entreißen, um ihn ihrer attraktiven Auftraggeberin (Eva Longoria) abzuliefern. Damit wäre das fetthaarige Redneck-Trio auf einen Schlag die finanziellen Sorgen los. Doch Carlos schickt den Jungs eine Killerarmee nach der anderen auf den Hals - zunächst ein paar heiße Bikerbräute, dann eine eigenartige Gang schwarzer Straßenpiraten und schließlich völlig inkompetente indianische Söldner. Natürlich müssen die harten Killer alle scheitern, stehen die Brüder doch offenbar unter dem Schutz des Herrn.

The Baytown Outlaws flirtet in vielerlei Hinsicht mit unamerikanischem und vor allem republikanischem Gedankengut. Zwar wird dieser Flirt wiederholt ironisch gebrochen, aber richtig überzeugen mag das nicht, wenn die Helden scheinbar dumme Hinterwäldler sind, die sich am Ende Gedanken zur Theodizee machen, bevor sie ins letzte Gefecht mit den Indianern ziehen. Überhaupt: Der letzte Akt der Baytown Outlaws ist schwach. Neben Logiklöchern, die ich gerne bereit bin zu übersehen, reihen sich hier einige pathetische Dialoge aneinander. Und das letzte Feuergefecht ist inszenatorisch bestenfalls mittelmäßig durchdacht und choreografiert.

Trotzdem: Ein launiger Abschlussfilm, der bestimmt sein Publikum finden wird. Spätestens auf BD, DVD oder VoD.

6.5/10

Mittwoch, August 29, 2012

FFF-Ticker:Switch


Frédéric Schoendoerffers Filme laufen grundsätzlich auf dem Fantasy Filmfest. Das ist gut so, finden sie doch trotz opulenter Bilder meist nicht den Weg in unsere Kinos. Switch wird vermutlich das gleiche Schicksal ereilen. Das ist nicht gut so, weiß dieser Oldschoolthriller doch zu überzeugen.

Schoendoerffer schrieb zusammen mit dem Krimiautor Jean-Christophe Grange (Les Rivières pourpres) das temporeiche Drehbuch: Um ihre Stimmung aufzubessern, tauscht Sophie für den Sommer ihr Montrealer Häuschen via Internet (www.switch.com) mit einer ihr unbekannten Pariserin. Die luxuriöse Pariser Wohnung mit Blick auf den Eiffelturm wird aber zur Falle. So wacht Sophie am ersten Morgen von Drogen gerädert auf, um von einem Polizeikommando mit auf die Wache genommen zu werden. Wer bitteschön ist die kopflose Leiche im Haus? Sophie soll in die geschlossene Anstalt eingeliefert werden, während der freundliche, wenn auch reichlich inkompetente, Detective Forgeat (mit ansehnlicher Schauspielleistung: Eric Cantona) versucht, Sophies Alibi zu überprüfen. Doch Sophie flieht aus der Haft und wird fortan von der Polizei gejagt. Ihr Ziel: den wahren Mörder ausfindig zu machen.

Switch arbeitet mit einer ganzen Reihe bekannter Handlungsmotive. Parallelen zu diversen Hitchcockfilmen (Strangers on a Train, Vertigo) aber auch aktuelleren Produktionen (The Bourne Surpremacy, The Fugitive) lassen sich leicht herstellen. Diese Anklänge an bekannte Hollywoodfilme stören jedoch ebenso wenig wie die eine oder andere Implausibilität, denn Schoendoerffers kinetische Inszenierung und die überaus agile kanadische Hauptdarstellerin Karine Vanasse ziehen einen dermaßen in Bann, dass man die genrespezifischen Fettnäpfchen, die der Film nicht komplett zu umtänzeln vermag, gerne ignoriert. In der größten Actionszene beispielsweise wird Vanesse von Cantona durch enge Gassen und Schrebergärten verfolgt und weiß sich glaubhaft gegen den Ex-Fußballprofi zu behaupten. Und die Auflösung am Ende des Films vermeidet glücklicherweise einen Twist à la Haute tension, mit dem ich während der letzten halben Stunde rechnete.

Nach dem recht enttäuschenden Truands gelingt Schoendoerffer mit Switch erneut ein Film, der einerseits stark vom US-amerikanischen Kino beeinflusst ist, andererseits (wie schon Agents secrets) eine realistische Note einbringt, die den meisten Hollywoddfilmen fremd ist. Schoendoerffer gilt es weiterhin zu beobachten - sein Meisterwerk hat er bislang noch nicht abgeliefert, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir in den nächsten fünfzehn Jahren noch einen echten Knaller von ihm erwarten dürfen.

7.5/10

Dienstag, August 28, 2012

FFF-Ticker: Get Shorty

Die Kurzfilme sind fester Bestandteil meines FFF-Programms und stets eine heikle Angelegenheit. Man weiß nicht so recht, was einen erwartet. Einige Jahrgänge waren regelrechte Gurkenparaden, es gab auch zufriedenstellende und überdurchschnittlich gute Get Shorties. 2012 ist kein herausragendes, aber ein gutes Jahr.

Gleich der erste, relativ lange (19 Minuten) Beitrag aus Frankreich mit dem Titel Le Lac Noir konnte kaum überzeugen: Ein hübsch-düsterer Märchenwald, in dem eine Frau ohne Gedächtnis von einem Mann aufgenommen wird. Er wünscht sich ein Kind von ihr. Doch er verheimlicht auch etwas. - Äußerst vorhersehbar, atmosphärisch nicht so stark, wie vermutlich von den Machern erhofft, enttäuscht Le Lac Noir leider insgesamt (4/10).

Auch Danny Boy, ein polnischer Animationsfilm, in dem alle Leute bis auf Danny ohne Kopf umherlaufen, hat mich nicht packen können (5/10).

Und um den letzten schwächeren Beitrag auch gleich anzuführen: The Little Mermaid aus Kanada erzählt von einem Mann, der eine Meerjungfrau für kommerzielle Zwecke ausbeutet. Auch hier ist die Pointe nicht bissig genug, obwohl sie durchaus mit dem Beißen zu tun hat (4/10).

Der Vierminüter Abiogenesis zeigt in wirklich atemberaubenden Animationsbildern die Entstehung von Leben (6/10).

In Believe the Dance missioniert ein Tänzer gelangweilte Durchschnittsbürger durch die Kraft des Tanzes. Optisch sehr stilisiert, ironisch und skurril. So soll es sein! 8/10.

The Furred Man ist eines der Highlights. Der Besitzer eines Campingparks wird auf der Wache vernommen. Hat er als Werwolf verkleidet seine Besucher gemeuchelt? Zwar ist die Pointe vorhersehbar, dennoch 9/10.

Luminaris: ein bezaubernd schöner Animationsfilm aus Argentinien, ohne Angst vor Kitsch - der passt hier aber. 9/10.

Suiker ist der diesjährige Höhepunkt! Wie kommt ein rosa Slip in den Mund einer Leiche? Die Erklärung ist äußerst amüsant. Und die Moral: Niemals hübschen Nachbarinnen die Zuckerdose leihen, denn das führt ins Unglück. 10/10.

Was täte man, stünde über einem Loch in einer Mauer in großen Lettern "Don't look!"? Genau - man würde sofort durchschauen. Was aber bekäme man zu sehen? Diese Frage beantwortet The Trap. 6,5/10

Und schließlich Tune for Two: Ein Killer und sein Opfer stimmen gemeinsam ein Lied an. Das macht Laune! 8/10

Bear wurde in Berlin in der Sonntagsvorstellung nicht gezeigt, weil es mit dem digitalen Format Probleme gab.

Sonntag, August 26, 2012

FFF-Ticker: Piranha 3DD

Was soll man über Piranha 3DD großartig schreiben? Jeder, der sich diesen Film freiwillig ansieht, sollte eigentlich wissen, worauf er sich einlässt: einen 08/15-Plot mit dämlichen Teenagern, dümmlichen Onelinern, vielen Silikontitten, einer ganzen Menge Blut inklusive abgetrennten Körperteilen. Immerhin kann dieser Teenie-Horrorheuler noch mit einigen Gastauftritten von zweit- bzw. drittklassigen Stars glänzen. So dürfen Christopher Llyod und David Hasselhoff betont selbstironisch Sperenzchen machen. Ein Genreperle ist Piranha 3DD deshalb bestimmt nicht, nein, er kann nicht einmal annähernd seinem Vorgänger das Wasser reichen. Doch dort stand schließlich auch Alexandre Aja hinter der Kamera.

Das 3D ist übrigens - wie immer - völlig überflüssig.

Mit reichlich Bier als Partyfilm durchaus erträglich.
5/10

Samstag, August 25, 2012

FFF-Ticker: Excision


Excision (zu Deutsch: Exzision) ist ein medizinischer Fachbegriff und beschreibt die chirurgische Entfernung von Gewebe. Ohne spoilern zu wollen: eine Exzision ist der Höhepunkt und gleichzeitig das erschreckende Ende des Films. Bis es aber zum titelgebenden Eingriff kommt, werden Leben und Träume der psychisch gestörten Teenagerin Pauline (mit Mut zur Hässlichkeit: AnnaLynne McCord) beschrieben. Paulines Mutter (Traci Lords) führt die Familie diktatorisch, der Vater (Roger Bart) ist ein Schlappschwanz und ihre jüngere Schwester (Ariel Winter) leidet unter Mukoviszidose. Die Familie ist also ein Pulverfass. Pauline ist ein Außenseiter in der Schule, lässt sich aber nicht unterdrücken, weiß sich zu wehren und provoziert auch absichtlich Streit mit den coolen Kids. Ihre Entjungferung plant sie mit militärischer Sorgfalt und traumatisiert dabei nebenbei ihren ersten Sexualpartner. Die Frage, die sich mir während des Films immer wieder stellte, war die nach den Ursachen und Gründen für Paulines abnormales Verhalten. Es wäre zu leicht, sie ausschließlich mit den pädagogischen Defiziten der Eltern zu begründen, denn sie alleine erklären beispielsweise nicht Paulines blutrünstige Masturbationsfantasien. Excision verweigert klare Antworten und das ist eine der Stärken des Filmes, ebenso wie die genau choreografierten, bunten Traumbilder. Auch die Gastauftritte von John Waters und vor allem Malcolm McDowell sind ein Vergnügen. Dennoch hat mich der Film emotional nie gepackt, war mir Paulines Schicksal schnurz, weil mir die Figur zu weird erschien.

6/10