Mittwoch, Dezember 26, 2007

2007 - Ein Jahresrückblick

Das Jahr neigt sich dem Ende. Also ist es Zeit innezuhalten, durchzuatmen und kurz zurückzublicken auf das, was man alles in den vergangenen 52 Wochen konsumiert hat. Da ich den Rahmen jedoch einerseits nicht sprengen möchte und mir andererseits eine Top- und Flopliste zu knapp bemessen scheint, liste ich hier die wichtigsten Filme des Jahres in drei Kategorien auf: Die besten, die guten und mittelmäßigen sowie die enttäuschenden und grottigen.

Insgesamt ein durchaus zufriedenstellendes Jahr. Nur die Blockbuster haben überwiegend enttäuscht. Aber wirklich überraschend ist das ja eigentlich auch nicht mehr.

Die Besten


Planet Terror
: Beste Hommage, bester Horrorfilm und eine der besten Komödien des Jahres. Spätestens mit Planet Terror beweist Rodriguez, dass Once Upon a Time in Mexico ein Ausrutscher war. Wie kategorisiert Tarantino den Film so treffend: Planet Terror sei jener Film, den Carpenter nach The Thing leider nicht gemacht habe.

The Bourne Ultimatum: Schnell, authentisch und ohne viel Pathos - so muss beinharte Action sein. Eine Lektion, die Bay und Raimi von Greengrass lernen können. Der eindeutig beste Actionfilm des Jahres!

Death Proof: Bestimmt nicht Tarantinos bester Film, dennoch verteufelt gut. Der erste Crash, der brillant zu Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich "Hold Tight" montiert ist, stellt für mich die beste Kinoszene des Jahres dar.

The Simpsons Movie: Das quietschende Spider-Pig siegt über den grausigen Spider-Man. Das lange Warten auf den Film hat sich gelohnt. Ich zähle die Tage bis zum Sequel.

Bobby: Ein im Trubel um die Blockbuster untergegangenes Juwel von Darsteller/Regisseur Emilio Estevez. Unaufgeregt, atmosphärisch und mit Liebe für die Figuren geben sich hier die Stars die Klinke in die Hand.

Stuck: Stuart Gordons intelligente Fabel über Ehrgeiz, Angst und den menschlichen Überlebenswillen. Mena Suvari und Stephen Rea glänzen in den Hauptrollen.

Bug: Friedkin is back. Und das ausgerechnet mit einem eindringlichen Kammerspiel.

Mr. Brooks: Neben Stuck der beste Film des diesjährigen FFFs. Kevin Costner war lange nicht so gut. Die Dialoge mit William Hurt als seinem Alter Ego gehören zu den schönsten Momenten des diesjährigen Kinojahres.


Die Guten und Mittelmäßigen


Die Hard 4.0: Zweitbester Actionfilm des Jahres. Punkt.

The Wind that shakes the Barley: Strenggenommen ein Film aus dem Jahr 2006. Trotzdem: Mein Hang zu Ken-Loach-Filmen zwingt mich, ihn hier zu erwähnen. Ein kleines Meisterwerk, das in seiner Drastik jedoch im Gegensatz zu anderen seiner Filme für meinen Geschmack etwas zu didaktisch geraten ist.

The Queen: Famoses Familiendrama zu einem Thema, von dem ich glaubte, dass es mich nicht interessiert. Ich wurde eines besseren belehrt.

Hot Fuzz: Nach The Simpsons Movie die beste Komödie des Jahres. Mit Liebe zum Detail und selbstironischen Gastauftritten gelingt Pegg/Wright hier eine Steigerung zu Shaun of the Dead. Leider ist er jedoch in der Exposition etwas zu lang geraten.

Fracture: Überraschend smartes Katz- und Mausspiel zwischen Anthony Hopkins als Killer seiner Gattin und Ryan Gosling als versnobtem Staatsanwalt.

Zodiac: Spannend, finster, rätselhaft und doch zu lang geraten.

Harry Potter 5: Der schwächste Romanband erweist sich als mittelmäßiger Film.

Ratatouille: Spaßige Unterhaltung aus dem Hause Pixar. Wie immer: etwas zu infantil aber insgesamt netter als die anderen Animationsfilme.

Black Book: Mr. Verhoeven back in Holland. Aber der von mir sehr geschätzte Regisseur, erweist sich hier als echter "Klotsack". Historisch nicht uninteressant aber zu episodenhaft und hektisch inszeniert und mit Figuren bevölkert, die allesamt unsympathisch sind.

Mein Führer: Umstritten aber hat nicht die Ablehnung verdient, die man ihm entgegenbringt. Mutig in der Art und Weise, wie er Hitler verharmlost.

The Prestige: Ein rundum solider Film. Aber das ist zu wenig für einen Mr. Nolan. Schade.

Rocky Balboa: Launiger Altherrenfilm, reifer als alle anderen Teile zusammengenommen.

Knocked Up: Spaßig und nicht so niveaulos wie einem der Trailer zunächst Glauben macht.

Archangel: TV-Produktion aus dem Jahr 2005, die erst dieses Jahr in Deutschland gelandet ist. Fesselnder Polit-Thriller über einen englischen Historiker (Daniel Craig), der im eisigen Russland auf den Spuren eines politischen Geheimnisses ist.

Free Rainer: Wundervoll in seinem euphorischen Idealismus wie er nur auf der Leinwand funktioniert. Man verzeiht gerne Schwächen in der Dramaturgie, wenn mit solch einer Inbrunst für gutes Fernsehen gekämpft wird. Free Rainer ist zwar ein Märchen, das zentrale Thema betrifft uns jedoch alle, ist nahe an der Realität und hätte schon längst aufgegriffen werden müssen. Regisseur Hans Weingartner schlägt einem hier, wie schon in Die fetten Jahre sind vorbei, eine Wertekeule um die Ohren. Das ist Kino, das tatsächlich noch glaubt, es könne Menschen zum Guten erziehen. Auch wenn dem nicht so ist, es ist der Versuch, der zählt.


Die Enttäuschenden und Grottigen


Truands: Nach dem Spinnenmann die größte Enttäuschung des Jahres. Als Fan von Frederic Schoedoerffers bislang sehr überschaubarem filmischen Oeuvre ein schmerzvoller Tiefschlag. Sicherlich bedeutend besser als das, was gleich noch folgen wird, das täuscht aber nicht über die Durchschnittlichkeit dieses Werkes hinweg.

Sunshine: Danny Boyle erliegt dem Sonnenwahn und geilt sich ohne über Figuren, Dramaturgie oder wissenschaftliche Glaubwürdigkeit nachzudenken an der Optik auf. Das ist für einen Herrn Boyle eindeutig zu wenig. Setzen, sechs!

300: Der altgriechische Tuntentanz überzeugt anfangs durch seine interessante Optik, doch schnell merkt man, wie selbstverliebt und unreflektiert das alles vom geistigen Tiefflieger Zack Snyder in Szene gesetzt worden ist.

Spider-Man 3: Eindeutig die größte Enttäuschung des Jahres. Sam Raimis Tiefpunkt. Hohl, langweilig, kitschig, nicht nur zu lang, sondern vollkommen überflüssig.

Shrek the Third
: Was ist grün und stinkt nach Kommerz? Shrek ist spätestens seit Teil zwei zu dem geworden, was er in Teil eins noch leidlich unterhaltsam durch den Kakao gezogen hat. Teil 3 ist der Gipfel der Dämlichkeit. Ich weiß nicht einmal, warum ich ihn mir überhaupt angesehen habe.

Disturbia: LaPuff als nervende Teenie-Variante von Jimmy Stewart. Peinlich, flach und größtenteils unspannend.

Pirates of the Caribbean: At World's End: Hat jemand die Handlung am Ende der Welt gefunden?

Ocean's Thirteen: Zwar nicht so grottig wie sein Vorgänger aber trotzdem weit jenseits eines guten Films.

Neues vom Wixxer: Nicht mehr so originell wie der Vorgänger, sondern einfach nur noch niveaulos und doof. Darüber täuschen auch nicht die zahlreichen Gastauftritte hinweg. Schade, habe ich von Kalkofe doch mehr erwartet.

4: Rise of the Silver Surfer: Teil 1 war schlecht, Teil 2 ist schlechter, Teil 3 wird sicherlich...

Transformers
: Kawumm, kawumm, der Bay ist dumm.


Bleibt abschließend noch kurz und weinerlich anzumerken, dass es Redacted dieses Jahr leider nicht mehr in die deutschen Kinos geschafft hat. Wie gerne hätte ich De Palmas aktuellen Film einmal auf der großen Leinwand gesehen.

Eastern Promises steht dieses Jahr noch aus, kann aber notfalls in der Kommentarspalte nachgereicht werden.

2008 kann also kommen...

Kommentare:

TheRudi hat gesagt…

Kawumm! Mit allen deinen "Besten" Filmen kann ich leider nicht viel anfangen, BOURNE hab ich dabei ausgelassen, weil ich schon die ersten beiden Teile öde fand.

Bei den mittelmäßigen kann ich eher abnicken, beim den "miesen" sagen wir beide uns Adieu, Jochen. SPIDERMAN war für mich extremst unterhaltsam und gut gemacht, bei mir auf Platz 11 gelandet. Zudem fand ich FANTA 4 schon wegen des Silver Surfers besser als den ersten. Auch bei 300 und SUNSHINE scheiden sich leider unsere Geister :(

P.S.: Da du all die Filme gesehen hast, sag ich es an dieser Stelle nochmal: schreib mehr Kritken zu den einzelnen Filmen! ;) - Guten Rutsch!

Mr. Vincent Vega hat gesagt…

Schon ziemlich heavy, was du hier abfeuerst, geht egentlich auf keine Kuhhaut. ;)

Ein paar Übereinstimmungen haben wir ja, aber PLANET TERROR und DEATH PROOF gehören für mich in keine Bestenliste, ebenso wie SPIDER-MAN 3 völlig unterschätzt wird.

Mittelmäßiger Kram wie DIE HARD 4 kommt auch bisserl zu gut weg, aber das ist eigentlich nicht weiter wichtig. Immerhin zählst du auch 300 zum Tiefengebiet, das beruhigt.

Jochen hat gesagt…

@ Rudi
Ich staune immer wieder, wie jemand beim kitschigen Liebesgedöns von Spider-Man 3 tatsächlich behaupten kann, der Film sei unterhaltsam ;-)

Und zu den Rezis: Das machen du, MVV, Marcus, der Cerlic und all die anderen Filmblogger doch schon gründlich genug. Da such ich mir lieber Nischen, zumal ihr PV- und Sneakgänger die Filme für gewöhnlich viel früher seht als ich.

@ MVV
Schon ziemlich heavy, was du hier abfeuerst, geht egentlich auf keine Kuhhaut. ;)

Und das von jemandem, der zwei Musicals und Spider-Man 3 in seinen Top Ten aufzählt ;-)

Außerdem habe ich mich nicht dazu hinreißen lassen, meine Meinung zum totgehypten und folglich völlig überschätzten PAN'S LABYRINTH darzulegen ;-)

TheRudi hat gesagt…

(...) zumal ihr PV- und Sneakgänger die Filme für gewöhnlich viel früher seht als ich.

Sei froh, dass du nicht in die Sneak gehst, zu der verlier ich selber ein paar Worte ;)

Bzgl. SPIDERMAN: Für mich stand das Liebesgedöns im Hintergrund, zudem ich ohnehin nur Augen für Bryce Dalls Howard hatte.

P.S.: Deine Worte zu PAN'S LABYRINTH haben mich zutiefst schockiert :o Dazu wär vielleicht doch noch eine ausführliche Analyse fällig *dichzumschreibenüberredenwill* ;)

Jochen hat gesagt…

Ich klicke schon den ganzen Tag auf deine Blog-URL in freudiger Erwartung auf einen Jahresrückblick - mach mal hinne ;-)

Mir fiel gerade auf, dass ich Little Miss Sh*tface gar nicht unter die Grotten des Jahres genommen habe...da hat wohl der Verdränungungsprozes schon ganze Arbeit geleistet ;-)

Kurz zu PAN'S LABYRINTH (Zitat aus einem Forumsbeitrag): Konnte mich mit den Figuren nicht anfreunden und die Handlung konnte mich auch nicht wirklich fesseln. Sicher: Gut gefilmt und beleuchtet. Aber wenn die Figuren wie Marionetten wirken, deren Handeln sich einzig nach den vom Drehbuch vorgegebenen Plot Points zu richten scheint, dann kann ich beim besten Willen nichts mit ihnen anfangen. Ofelia war mir bis zum Ende unsympathisch. Auch der politische Hintergrund blieb mir zu kontrastarm. Das hätte auch auf irgendeinem Star-Trek-Planeten spielen können, das typisch Spanische konnte ich nicht erkennen. Da ist The Devil's Backbone von einem anderen Kaliber (obwohl der mich insgesamt auch nicht überzeugen kann).

Ein Pluspunkt sind eindeutig die Effekte (Ausnahme: die zwei entfernt sichtbaren Explosionen). Die Kreaturen sind gut gelungen, insbesondere die Elfen, die uns del Toro geschickterweise nie in einem Close-up zeigt.

Bin nach all den Lobeshymnen eindeutig mit zu hohen Erwartungen in den Film gegangen. Deshalb gibt es noch milde 6/10.

TheRudi hat gesagt…

Morgen schreib ich ihn, immer langsam mit den jungen Pferden ;)

Jetzt auch noch LITTLE MISS SUNSHINE?!? Jochen! :) Der stammt noch aus 2006, darfst ihn also getrost in Ruhe gelassen...

...Ofelia, nun gut, ich mochte sie und fand das Franco-Regime auch gut miteingebaut, also nicht schlechter historisch platziert als BACKBONE - apropos zu hohe Erwartungen, lass uns dann hier wissen, wie dir die gehypte Sauna-Szene und EASTERN PROMISES per se gefiel ;)

ICH BIN hat gesagt…

Eastern Promises ist auch gut...
darf ich ihre blog als link in meinem blog zeigen?
Ich bin auch ein film freak..

Gruess aus Indonesien..

Jochen hat gesagt…

@ Ich bin

Ich habe EASTERN PROMISES gestern gesehen und bin schwer begeistert. Ich nehme den Film hiermit offziell in meine Bestenliste auf und erkläre die Saunaszene zusammen mit dem bereits erwähnten DP-Crash zur Szene des Jahres.

Gerne darfst du mich in deine Linkliste aufnehmen, werde das selbe auch mit deinem Blog tun...

psychopaul hat gesagt…

Hm, also gegen eine "Sechs" für Sunshine muß ich einfach etwas protestieren, weil das für mich einer der Filme des Jahres war. ;)

Ich gebe zu, dass der objektiv gesehen etwas dünn ist, aber selten habe ich so einen mitreißenden Trip auf der Leinwand erlebt.
Die "äußerlichen, meinetwegen oberflächlichen Qualitäten" waren in meinen Augen derart meisterlich und überragend, dass Sunshine den Großteil der Konkurrenz einfach überstrahlt sozusagen :)

Also ein Nicht genügend finde ich da zu hart.
In dem Zusammenhang würde mich interessieren, was du von Mission to Mars hältst, der ja auch visuell sehr ansprechend ist, aber im Vergleich zu einem Sunshine für mich noch hohler und am Ende einfach nur lächerlich. ;p

Jochen hat gesagt…

Das "Setzen, sechs!" war polemisch gemeint - MVV hat einen schlechten Einfluss auf mich ;-)

Nichtsdestotrotz halte ich SUNSHINE für einen gewaltigen Fehltritt Boyles. Und da du dankenswerterweise gleich De Palmas fabelhafte Weltraumodysse anführst, fällt es mir leicht, dir den großen Unterschied dieser zwei Filme zu verdeutlichen:

SUNSHINEs ach-so-hippe, MTV-inspirierte Optik (ist das eigentlich ein eigener Stil oder nur gekonnte Imitation der Musik-TV-Ästhetik?) kann die Drehbuchschwächen nicht verschleiern. Erst wird eine bombastischer pseudowissenschaftlicher Rahmen aufgebaut, der als Handlungsmotor fungiert, doch dann stellt sich heraus, dass all das Wissenschafts-Blabla (welches im Übrigen dicke Fehler aufweist) am Ende für eine simple Friday the 13th-Varainte geopfert wird. Davon einmal abgesehen, schließt Boyles Fixierung aufs Visuelle in Kombination mit der emotionalen Kälte an Bord den Zuschauer aus. Jedenfalls hat mich keine der Figuren oder ihre Schicksale nur annähernd interessiert.

In M2M hingegen erweist sich De Palma als ein ungeheuer sentimentaler Regisseur. Der Film ist eine poetische Analyse unserer Gefühle zur Familie, zur Gesellschaft und zur menschlichen Existenz. Gerade in seiner bewussten Abkehr von einer kindlichen Star Wars/Armageddon/... -Ästehtik liegt seine Stärke. Nicht schnellschnittig und 'undercranked', sondern in One-Shots und 'overcranked' geschehen hier die wichtigsten Ereignisse. Dadurch können sie auch emotional wirken, soll heißen: gewinnen wir erst die Möglichkeit, uns intensiv mit den Figuren auseinanderzusetzen.

Und "lächerlich" finde ich das Ende keineswegs! Gerade von Brian De Palma, dessen Filmenden oft düster, verstörend, also nicht "happy" sind, war ein solch hoffnungsvoller, positiver Ausklang nicht zu erwarten. Ein solches Ende ist absolut einmalig in seinem Werk. Alleine deshalb schätze ich es sehr.

TheRudi hat gesagt…

(...) De Palmas fabelhafte Weltraumodysse (...)

LOL - für mich ist M2M nur ein "armseliger" Verschnitt von Camerona THE ABYSS, so gerne ich Gary Sinise auch mag :P

psychopaul hat gesagt…

Gute Erklärungen.

Sunshine ist wohl einer dieser Fälle, bei denen es zum Problem wird, wenn sich der Zuseher etwas bestimmtes von einem Werk erwartet.
Ich bin da so ein Typ, der für alles offen ist und wenn es dann ein Schlitzer-Finale ist, das andere als aufgesetzt empfinden, ich aber in dem Moment als sehr aufregend, dann passt mir das auch so.
Gerade in dem Fall hatten, das nehme ich jetzt einfach mal an, wohl viele anscheinend auf ein ganz besonderes Ende gehofft, das einem 2001 das Wasser reichen kann oder so in der Richtung.
Ich war dahingehend schon vornherein skeptisch und verlange von einem derartigen Film keine Wundertaten, Boyle (und Garland) standen schon immer für düsteres Entertainment und so würde ich auch Sunshine charakterisieren.


Was aber ausgerechnet an dem "MTV" sein soll, verstehe ich gar nicht. Bis auf das Finale ist das sehr ruhig und "klassisch" (sorry, mir fehlen gerade passende Fachbegriffe ^^) inszeniert, das Ende dagegen derart wahnwitzig und extrem verzerrt-experimentell, dass dies mit der üblichen, eher qualitätsarmen und beliebigen "Schnellschnitt-Wackel-Ästhetik" in meinen Augen auch nichts zu tun hat.


Mission to mars...ist lange her, habe den nur im Kino gesehen, weiß nur noch, dass es einer der ganz wenigen "seriösen" Filme war, bei denen ich im letzten Drittel nur noch lachen konnte über das Dargebotene und deshalb sehr enttäuscht war.
Und nur weil der Ausklang positiv ist, heißt das nicht, dass diese Tatsache positiv ist. ;p
Das war mir einfach zuviel des "Friede Freude Eierkuchen". :o)

Dass mehr Tiefgang drinnen ist als bei Sunshine, okay, gut möglich, will ich nichts gesagt haben.
Aber für mich bleibt trotzdem der erstere der bessere, zumindest als Kinoerlebnis. :)

psychopaul hat gesagt…

noch ein paar kleine Anmerkungen von mir zu Filmen, die es bei mir nicht in die Top 10 oder 15 geschafft haben, obwohl ich sie gut fand bzw. zu einigen anderen:

Bourne Ultimatum mag der beste Actionfilm des Jahres sein, da stimme ich wohl zu, aber im Grunde genommen ist er, nachdem Greengrass schon den Vorgänger quasi gleich inszeniert hat, für mich kein Film, der künstlerisch herausragt, was einige andere heuer geschafft haben.

Ähnliches gilt für die beiden Grindhouse Teile und die Simpsons. Dennoch alles rundum gelungene Filme, keine Frage.

The Queen, da kann ich dein Statement haargenau unterschreiben :)
war eigentlich auch nicht sonderlich motiviert, den im Kino zu sehen, wurde aber vorzüglich unterhalten (zum Glück auch auf englisch gesehen, was bei mir nicht Usus ist).
Übrigens ist auch der Film "The Deal" toll, vom gleichen "Team" über Blair und Brown, lief mal auf arte.

Bei Black Book alle Figuren unsympathisch? kann ich auch nicht ganz nachvollziehen, vor allem bei den 2 Hauptfiguren. Ambivalent: ja, aber ich finde ja sowieso, dass der Film auf geniale Weise klassisches, episches Kino mit einer Dreckig-heit und Gemeinheit würzt, die ihn besonders macht und der dennoch im Endeffekt berührt. Für mich ein echtes Highlight.

Prestige schätze ich auch stärker ein als bloß gelungen...für mich schon nah dran an einem auf allen Ebenen perfekten Hollywoodfilm.

Free Rainer hab ich nicht gesehen, aber der scheint ja extrem zu spalten, geliebt und gehasst von Publikum bzw. Kritik scheint mir :)

Auf Redacted hoffe ich auch noch :/

grammaton cleric hat gesagt…

Viel Zustimmung vorallem bei den guten und mittelmäßigen Filmen, aber auch viel Widerspruch bei den Flops (TRANSFORMERS, 300, ..). ;-)

Jochen hat gesagt…

@ Rudi
Ich schlage vor, du gibst dem Film eine zweite Chance. Übrigens hat der von mir sehr geschätzte US-Kritiker Armond White damals festgestellt: “It can bei said wich certainty that any reviewer wo pans [Mission to Mars] does not unterstand movies, let alone like them.”
:-)

@ psychopaul

Wenn ich deine Argumentation richtig verstehe, schätzt du an Sunshine, dass er düster ist und kritisierst an M2M, dass er nicht düster ist. Du scheinst ein düsteres Kerlchen zu sein, Paule ;-)

Ich habe bestimmt nichts gegen Horror- oder Stalkerfilme. Im Gegenteil: Ich habe sogar eine Schwäche für sie (das sollte aus meinem Blog hervorgehen). Sunshine ist aber eine echte Mogelpackung. Denn er beginnt wie ein groß angelegter SciFi-Film, ist aber letztlich ein gewöhnlicher Stalkerfilm vor Weltraumkulisse. Und um noch einmal den Vergleich mit M2M zu ziehen: Bereits die erste Einstellung in De Palmas Film stellt völlig klar, dass man hier kein Star Wars-ähnliches Effektfeuerwerk zu sehen bekommen wird. Gezeigt wird der Start einer Rakete, die sich als (wie passend!) Silvesterknaller herausstellt. Während Boyle den Zuschauer also (polemisch formuliert) betrügt, zeigt De Palma von Beginn an Flagge.

Zu Bourne: Künstlerisch ist das sicherlich kein großer Wurf. Aber ein verflucht guter dritter Teil. Etwas, das in diesem Jahr der dritten Teile leider eine große Ausnahme geblieben ist.

Freut mich, dass wir The Queen sehr ähnlich wahrgenommen haben. Deinen Tipp mit The Deal werde ich beherzigen - mal schauen, ob ich den irgendwo greifbar machen kann.

@ Cleric

Ich habe ja bereits in deinem Blog meiner Verwunderung darüber Ausdruck gegeben, dass wir uns einerseits über viele Tops einig sind, andererseits einige Filme ganz unterschiedlich bewerten. Das ist schon seltsam :-)

Mr. Vincent Vega hat gesagt…

Wenn hier schon Kritiker zitiert werden, fällt mir bezüglich M2M jener ein, der das hier gelobte Gutmensch-Ende nett mit dem Verweis auf Spielbergs 20 jahre früher gedrehte Filme abwies... ;)

psychopaul hat gesagt…

Hehe, ich bin eine Frohnatur! :-D

allerdings habe ich auch ein ausgeprägtes Faible für die düsteren Seiten der Menschen und des Lebens und ganz besonders für die künstlerische Auseinandersetzung damit (Film, Literatur..). ;)

TheRudi hat gesagt…

Denn er beginnt wie ein groß angelegter SciFi-Film, ist aber letztlich ein gewöhnlicher Stalkerfilm vor Weltraumkulisse.

Da muss man Recht geben, ist sicherlich der Hauptkritikpunkt an SUNSHINE.

Bzgl. des Zitats von Mr. White ändert das ja an sich nichts daran, dass der Film von Cameron und Spielberg klaut. Da schau ich doch lieber RED PLANET an, der ist so richtig trashig :P

Jochen hat gesagt…

@ MVV
Jener ungenannt bleibende Rezensent warst nicht zufällig du, oder? ;-)

@ Paule
Ebenso verhält es sich mit mir - von der Frohnatur mal abgesehen ;-)

@ Rudi
Ja, und Cameron hat von Nietzsche geklaut ;-)

Und den unsagbar schlechten Red Planet hier mit ins Spiel zu bringen, ist schon ein starkes Stück - da schau ich mir lieber Carpenters Trashperle Ghosts of Mars oder Verhoevens Glanzstück Total Recall an. Haben wir jetzt eigentlich alle Mars-Filme genannt oder hab ich noch einen nennenswerten vergessen? (aber jetzt nicht mit Burton ankommen!) ;-)

TheRudi hat gesagt…

aber jetzt nicht mit Burton ankommen!)

ROTF

Ich finde RED PLANET so richtig schön trashig, spätestens wenn der ehemalige Mr. Julia Roberts die Klippe runtergeschubst und dann festgestellt wird, dass Sauerstoff vorhanden ist kann ich mir kaum noch den Bauch halten vor Lachen.

M2M hab ich hier irgendwo rumliegen, vielleicht schau ich ihn mir diese Woche an und dann diskutieren wir das weiter aus ;)

TheRudi hat gesagt…

Wünsch auch dir einen guten Rutsch, dass mit dem Bourne-Veriss weiß ich nicht ob ich mir das antue, mal schauen ;) Und bei M2M hab ich mich ja nun auch wieder in ein Fettnäpfchen gesetzt.

Mein erster Post 2008 dürfte aber wohl die Zustimmung aller finden, Rehabilitation also erstmal :)

P.S.: Wie wäre ein Deal, ich schreibe etwas zu M2M und du dafür zu SUNSHINE? *g*

Jochen hat gesagt…

Die Gegenmeinungen zu Bourne scheinen dich ja etwas mitgenommen zu haben - dabei war das bestimmt nicht so böse gemeint ;-) Ich musste hier ja auch für Sunshine Rede und Antwort stehen :-)

Wie wäre ein Deal, ich schreibe etwas zu M2M und du dafür zu SUNSHINE? *g*

Dafür müsste ich mir den Käse ja noch einmal anschauen und darauf habe ich wahrlich keinen Bock. Für Januar habe ich einen Post zu Powell und Pressburgers 49th Parallel geplant - jedenfalls habe ich mir vorgenommen, das gute Werk zu gucken...ansonsten weiß ich noch nicht so recht, wie es hier weitergeht. Aber mit viel Sonnenschein beginnt 2008 bestimmt nicht ;-)

Mr. Vincent Vega hat gesagt…

@Jochen:

@ MVV
Jener ungenannt bleibende Rezensent warst nicht zufällig du, oder? ;-)


Nein, der hier: http://www.filmzentrale.com/rezis/missiontomars.html

TheRudi hat gesagt…

Sodele, gestern Abend M2M gesehen, einen eigenen Post bei mir muss da aber nun wirklich nicht sein.

Fangen wir an, dass der Film nicht sonderlich ernst genommen will, zeigt ja bereits das Intro mit der Spielzeug-Rakete. Problematisch wird das ganze, wenn De Palma dann durch seine Inszenierung eines Sci-Fi Films die Glaubwürdigkeit abgeht. Insbesondere natürlich, da hier die Klischees nur so niederhageln, angefangen von Jerry O'Connells Figur bis hin zum Einschlag der Mini-Meteoriten und dem daraus resultierenden Unfall.

Ganz grausam wird das ganze, wenn einem De Palma bei Woody's Sterbeszene die theathralische Musik drüber klatscht, nach dem Motto "Schaut mal wie traurig das ist". Kaum auf dem Mars wird als erstes dann mal die US-Flagge wieder gehisst, wie auch sonst De Palma nicht müde wird einen auf Bay zu machen und die Flagge plakativ gern ins Bild setzt.

Luke hat ein Jahr lang nichts mit dem "DNA-Strang" gemacht, obwohl er das ganze Mysterium gelöst hat? Find es ist keine eigentliche Handlung vorhanden, da kaum auf dem Mars gleich das Finale anschließt. Worum ging es eigentlich? Die Szene mit dem Alien ist natürliche das trashige Highlight und offenbart sich als großes Fragezeichen. Warum fliehen die Aliens vom Mars erst nachdem der Komet eingeschlagen ist? Und wieso schicken sie eine DNA-Probe auf die Erde? Den Weg zu ihrer Spezies kennt ja nur das Raumschiff mit Sinise, die Erdlinge werden den Weg zu "ihrer" Sepzies folglich nicht finden.

Die Evolutionstheorie ist dabei auch fraglicher als alle Creonisten-Thesen, der ganze Punkt des Filmes, welcher sich in der Tat als "The Abyss - on Mars" zusammenfassen lässt, wird dem Zuschauer nicht klar. Was wollten die Aliens mit dieser Botschaft sagen? Glauben, bzw. erfahren wird das auf der Erde ohnehin niemand. Und wieso wurde Luke's Crew umgebracht?

Alles recht belanglos, zudem völlig miscastet vom Armin über Robbins zur Nielsen. Lediglich Cheadle und Sinise wissen zu überzeugen. Fraglich auch ob Sinise am Ende überlebt, da er ja sein Leben vor seinen Augen vorbeiziehen zieht, etc, etc.

Von mir würde der Film mit einer 2-3/10 Punkten bewertet werden; mit dem späten De Palma kann ich bedauerlicherweise einfach nichts anfangen (wie bsp. auch Spielberg oder Scorsese).

Nicht steinigen, Jochen! ;)

Jochen hat gesagt…

Freut mich, dass du dem Film wenigstens eine zweite Chance gegeben hast. Hab momentan leider nicht die Zeit, auf all deine (rhetorischen?) Fragen einzugehen.

Nur kurz zwei Dinge:

1. Deine Kritik bezieht sich ausschließlich auf die oberflächliche Handlungsebene des Filmes. De Palmas Filme kann man durch Ausklammerung des Visuellen jedoch niemals gerecht werden.

2. Und wieso schicken sie eine DNA-Probe auf die Erde?

Ich habe es so verstanden, dass die Menschen erst ein Evolutionsniveau erreichen sollten, welches sie befähigt, den Mars zu erschließen. Erst dann haben sie die Reife, um zur Urspezies zu gelangen.

Vielleicht schaffe ich es morgen, noch etwas ausführlicher zu antworten...

TheRudi hat gesagt…

Erst dann haben sie die Reife, um zur Urspezies zu gelangen.

Dummerweise fehlen ihnen dazu die Koordinaten ;)

Das Visuelle hin und her, ich weiß du bist der Ansicht, dass De Palma seine Filme mehr mit der Kamera erzählt und so schön Einstellung wie die 360° Aufnahme der Raumstation auch sind, am Ende zählt dann doch die Handlung und De Palma nimmt diese nicht sonderlich ernst, bzw. bedient sich der Genre-Klischees.

Mich würde interessieren inwiefern du die finalen Szenen Alien-Gary Sinise mit denen aus THE ABYSS, Alien-Ed Harris vergleichst - und dann erzähl mir, dass De Palma nicht die Idee übernommen hat...

Jochen hat gesagt…

So, jetzt gehe ich noch einmal etwas genauer auf deine Kritikpunkte ein :-)

dass der Film nicht sonderlich ernst genommen will, zeigt ja bereits das Intro mit der Spielzeug-Rakete.

Das ist schlicht falsch interpretiert. Es geht hier nicht darum, dass der Film nicht ernst genommen werden möchte, sondern um zwei andere Dinge. Erstens soll klargestellt werden, dass im Folgenden keine Effekte- und Actionshow à la Star Wars abgezogen wird, zweitens (und viel entscheidender) verbirgt sich hinter dieser kurzen Szene der Schlüssel zu De Palmas grundsätzlichem Verständnis von Film: "The camera lies 24 times a second." Der Zuschauer wird manipuliert.

die Klischees nur so niederhageln

Zwei Fragen: Wann wird etwas zum Klischee? Und warum handelt es sich hier um solche?

De Palma bei Woody's Sterbeszene die theathralische Musik drüber klatscht, nach dem Motto "Schaut mal wie traurig das ist"

Hätte De Palma Morricone etwa bitten sollen, für diese Stelle einen Walzer zu komponieren? M2M ist auch eine Ode an die Melancholie. Etwas, das gerade durch die Musik zum Ausdruck gebracht wird.

dann mal die US-Flagge wieder gehisst, wie auch sonst De Palma nicht müde wird einen auf Bay zu machen

Was hat denn die NASA als erstes auf dem Mond gemacht? Und Bay hätte niemals eine solch getragene, entschleunigte Erzählweise gewählt. Das kann der gar nicht.

Worum ging es eigentlich?

Aha. Hier erkennt jemand, dass er offensichtlich auf die falschen Dinge, sprich ausschließlich auf die Oberflächenhandlung, geachtet hat.

Warum fliehen die Aliens vom Mars erst nachdem der Komet eingeschlagen ist? Und wieso schicken sie eine DNA-Probe auf die Erde?

Die Fragen eines TV-Junkies, der alles auserklärt haben möchte ;-)

die Erdlinge werden den Weg zu "ihrer" Sepzies folglich nicht finden.

Wer sagt denn, dass sie das auch sofort sollen?

Was wollten die Aliens mit dieser Botschaft sagen? Glauben, bzw. erfahren wird das auf der Erde ohnehin niemand. Und wieso wurde Luke's Crew umgebracht?

Schau dir den Film noch einmal an Rudi, dann kommst du auch auf die Antworten - Tipp: achte darauf, wie die zweite Crew schließlich Einlass bekommt und was die erste Crew anders gemacht hat :-)

Fraglich auch ob Sinise am Ende überlebt

Interessanter Gedanke.

Dummerweise fehlen ihnen dazu die Koordinaten

siehe oben! Wer sagt, dass sie da überhaupt vorbeifliegen sollen?

die finalen Szenen Alien-Gary Sinise mit denen aus THE ABYSS, Alien-Ed Harris vergleichst

Bevor du es nicht erwähntest, ist mir die Ähnlichkeit dieser Szenen nie in den Sinn gekommen. Vielmehr erinnert mich das Drehbuch von M2M an eine STTNG-Episode (Titel hab ich nicht parat). Alles, was man in Science Fiction Filmen zu sehen bekommt, wurde schon einmal in Star Trek verarbeitet. (Letzteres hat MVV formuliert - und er hat da sogar Recht ;-)

TheRudi hat gesagt…

Wann wird etwas zum Klischee? Und warum handelt es sich hier um solche?

Klischee wird es, wenn es in jedem Genre-Film auftaucht, an dieser Stelle der Unfall des Shuttles, der Meteoriten-Einschlag.

Wer sagt, dass sie da überhaupt vorbeifliegen sollen?

Wofür war sonst die Erklärung gut, sprich was ist der Punkt des Mars-Gesichtes?

Hätte De Palma Morricone etwa bitten sollen, für diese Stelle einen Walzer zu komponieren?

Die Szene hätte keinerlei Musik bedarft imo.

Was hat denn die NASA als erstes auf dem Mond gemacht?

Wäre in dem Fall ja ein Klischee, oder? Das ist ja eine Rettungsmission und sie haben nur die Luft in ihren Anzügen, anstatt aber zu schauen ob Sauerstoff-Reserven da sind, stellen sie erstmal die Flagge auf. Mich würde interessieren wieso sie das machen.

Tipp: achte darauf, wie die zweite Crew schließlich Einlass bekommt und was die erste Crew anders gemacht hat

Blöd bin ich ja nicht, Jochen ;) Der Punkt dahinter wird mir nur nicht klar. Denn auf dem Mars gab es nach dem Einschlag keine Lebensform mehr, folglich wollten sich die Marsianer gegen Aliens schützen, Klingonen etwas in der Art. Wieder die Frage wieso? Denn das einzige Geheimnis des Gesichtes war: unsere DNA befindet sich auf der Erde. Darauf wären die Aliens dann aber auch von alleine gekommen, dass Leben auf der Erde existiert - somit macht die Ermordung der ersten Crew, auch als Art "Alarmsystem" keinen Sinn.

Die Fragen eines TV-Junkies, der alles auserklärt haben möchte

Man kann ja einem nicht die unlogischen Fakten hinklatschen und sie dann nicht erklären, das würde dir bei einem Film der NICHT von De Palma ist, sicher auch missfallen.

An De Palma kommt dann eben bei dir nichts ran *g* und wie ich schon bei BLACK DAHLIA meinte, ist das ja toll, wenn jemand so einen Lieblingsregisseur hat, dem er (oder sie) treu zur Seite steht. Ich selbst kann mit dem späteren De Palma nichts mehr anfangen (und will mich auch gar nicht auf eine Debatte über FEMME FATALE einlassen). ;)

Jochen hat gesagt…

Tja, Rudi, ich empfinde das, was du dem Film ankreidest, nicht als Schwäche, sehe dort auch keine "Unlogik". Ich habe momentan nur leider nicht die Zeit, das alles groß auszudiskutieren. Schade, dass man das nicht mal in Ruhe bei einem Bierchen besprechen kann...wir müssen das also zunächst ungeklärt im Raum stehen lassen...:-)

Um dir jedoch noch einen Eindruck zu geben, in welche Richtung meine Empfindungen zu M2M gehen, empfehle ich dir die Kritik von Armond White. Google die mal raus, denn der formuliert das ohnehin besser als ich es jemals könnte :-)

TheRudi hat gesagt…

White sagt auch, dass er CARLITO'S WAY nicht so gut fand, man findet denke ich für jeden Film einen Kritiker, der ihn toll findet. White's Meinung, dass die Zuschauer PHANTOM MENACE 2 erwartet haben, kann ich nicht verstehen, wieso sollte jemand STAR WARS erwarten, nur weil der Film im All spielt? Und das Visuelle macht die Dialoge ja nicht überflüssig, Kubrick hat seine Filme auch über die Bilder erzählt und dennoch eine gute Handlung und Dialoge gehabt.

Bei De Palma kommen wir einfach auf keinen grünen Zweig mehr (Bier hin oder her) ;)

"It can be said with certainty that any reviewer who pans ["Mission to Mars"] does not understand movies, let alone like them".

Das ist ja auch mal ein Zitat für die Galerie, da kann jeder nach Belieben ("Mission to Mars") durch THE ASTRONAUT'S WIFE oder GIGLI ersetzen und fertig aus *g*

Jochen hat gesagt…

White ist beileibe nicht immer meiner Meinung. Das ist wohl auch kaum ein Kriterium zur Bestimmung eines guten Kritikers. Bei M2M bringt er meine Gefühle zum Film jedoch genau auf den Punkt. Und die PHANTOM MENACE 2-Bemerkung (wie überhaupt seine Kurzkritik - eine ausführlichere gibt es hier: http://www.nypress.com/13/13/film/film.cfm) bezieht sich wohl auf die erste Reaktion der US-Kritik, die den Film überwiegend aus den gleichen Gründen verrissen hat. Deshalb auch der polemische Einstieg, den man aber aufgrund der folgenden Begründung so nicht auf GIGLI etc anwenden kann :-)

Marcus kleine Filmseite hat gesagt…

schön, wieder einmal "death proof" in einer bestenliste zu finden. so schon lässig wie QT kann das wohl keiner inszenieren. und der spundtrack ist echt wieder mal der hammer!

bei den flops kann ich Dir oft zustimmen, fand nur "300" recht ordentlich und auch den dritten "ocean" nach dem eher schwachen zweiten teil wieder recht unterhaltsam (wenn auch ansonsten vollkommen nichtssagend)...

Jochen hat gesagt…

Freut mich, dass sich unsere Best-Of-Liste ähneln, Marcus. Im Vergleich zum zweiten Teil ist Ocean's Thirteen auch eine deutliche Steigerung, da stimme ich zu. Aber insgesamt fand ich das dennoch nicht gelungen, zu fad und durchgekaut das ganze Prozedere. Da schau ich mir lieber noch einmal den ersten an. Und Death Proof ist wahrlich ein Genuss. Deine Kritik fasst auch viele meiner Gedanken zu dem Film in Worte.