Als kleinen Nachschlag zum letzten Post gibt's jetzt noch einen kulturzeit-Bericht zu Paul Verhoevens Jesus-Buch:
Dienstag, April 14, 2009
Sonntag, April 12, 2009
Paul Verhoeven über Jesus

In der heutigen Osterausgabe des Taggesspiegel erklärt Paul Verhoeven sein Verhältnis zu Jesus, warum sich über Religulous in den USA kein Mensch aufgeregt hat und dass es um seinen Jesus-Film, sollte er je gedreht werden, bestimmt mehr Aufregung gäbe.
"Liebe ist nur ein Trick der Natur"
Paul Verhoeven forscht seit 25 Jahren über den historischen Jesus. Er vergleicht ihn mit Che Guevara und sagt: Ein Jesus-Film wäre gefährlich.
Paul Verhoeven, 70, wurde in Den Haag geboren. Der promovierte Mathematiker ist der erfolgreichste holländische Regisseur. 1985 ging er nach Hollywood und drehte dort Filme wie „Basic Instinct“, „Robocop“ und „Total Recall“. Jetzt erscheint Verhoevens erstes Buch: „Jesus – Die Geschichte eines Menschen“.
Herr Verhoeven, wissen Sie, dass man Sie in Deutschland oft mit dem Regisseur Michael Verhoeven verwechselt, dem Ehemann von Senta Berger?
Ich kenne Michael, wir haben in den 70ern für denselben Produzenten gearbeitet. Aber ich werde nicht nur mit ihm verwechselt, sondern auch mit seinem Vater Paul. Der war ebenfalls Regisseur. Manchmal passiert es sogar, dass jemand Filme von ihm in meinen Lebenslauf mischt. Ich müsste demnach steinalt sein. Dieser Paul Verhoeven hat schon 1936 „Der Kaiser von Kalifornien“ gedreht.
Wenn man dann erklärt, Sie seien der Regisseur von „Basic Instinct", sagen die Leute: Ah, das ist doch der, der Sharon Stone unter den Rock filmte!
Die Szene hat eine lustige Vorgeschichte: Eine Kommilitonin von mir tauchte in den 60ern auf einer Party auf, hatte keinen Slip an und kreuzte immerzu die Beine. Einer meiner Freunde machte sie darauf aufmerksam, dass alle sie anstarrten. Aber sie sagte nur, ich weiß, deshalb mache ich es ja.
Herr Verhoeven, wissen Sie, dass man Sie in Deutschland oft mit dem Regisseur Michael Verhoeven verwechselt, dem Ehemann von Senta Berger?
Ich kenne Michael, wir haben in den 70ern für denselben Produzenten gearbeitet. Aber ich werde nicht nur mit ihm verwechselt, sondern auch mit seinem Vater Paul. Der war ebenfalls Regisseur. Manchmal passiert es sogar, dass jemand Filme von ihm in meinen Lebenslauf mischt. Ich müsste demnach steinalt sein. Dieser Paul Verhoeven hat schon 1936 „Der Kaiser von Kalifornien“ gedreht.
Wenn man dann erklärt, Sie seien der Regisseur von „Basic Instinct", sagen die Leute: Ah, das ist doch der, der Sharon Stone unter den Rock filmte!
Die Szene hat eine lustige Vorgeschichte: Eine Kommilitonin von mir tauchte in den 60ern auf einer Party auf, hatte keinen Slip an und kreuzte immerzu die Beine. Einer meiner Freunde machte sie darauf aufmerksam, dass alle sie anstarrten. Aber sie sagte nur, ich weiß, deshalb mache ich es ja.
Dienstag, Februar 10, 2009
Kulturzeit über 70mm-Filme
Der Februar ist einer der härtesten Monate in meiner neuen Heimat Niedersachsen. Warum? Weil ich aus der Ferne miterleben muss, wie tolle Filme auf der Berlinale laufen. Der Wettbewerb interessiert mich dabei allerdings am wenigsten. Diese Filme bekommt in der Regel ein paar Wochen später auch noch regulär im Kino zu sehen, spätestens aber auf DVD sind sie dann leicht greifbar zu machen. Nein, das Interessanteste läuft normalerweise im Panorama, Forum und dieses Jahr ganz besonders in der Retrospektive! Wann und wo bekommt man sonst schon unlängst restaurierte 70mm-Schätze auf der großen Leinwand zu sehen?
Ja, manchmal ist das Leben hart. Jetzt brachte kulturzeit gestern auch noch einen Bericht über eben diese Filme...
Ja, manchmal ist das Leben hart. Jetzt brachte kulturzeit gestern auch noch einen Bericht über eben diese Filme...
Donnerstag, Januar 22, 2009
Cahiers du cinéma wählt Redacted zum besten Film 2008
Das altehrwürdige und vielleicht beste Filmmagazin der Welt Cahiers du cinéma hat kürzlich seine Favoriten des Jahres 2008 veröffentlicht. Brian De Palmas Redacted landete dabei auf Platz eins! Die vollständige Liste kann man hier abrufen.
Mittwoch, Dezember 31, 2008
OnlineTvRecorder - Ein Erfahrungsbericht

Ich besitze keinen Festplattenrekorder, musste aufgrund meines Umzugs von Berlin in die niedersächsische Provinz vor gut einem Jahr von der exzellenten DVB-T-Qualität wieder auf das minderwertige analoge Kabelfernsehsignal umsteigen. Damit lohnt sich das Aufzeichnen von Fernsehsendungen mit dem Computer nicht mehr. Im Notfall verwendete ich meinen Videorekorder. Seit einem Monat bin ich nun aber Benutzer eines Online-Videorekorders. Genauer gesagt, ich habe mich unter den zur Auswahl stehenden Internet-Videorekordern für www.onlinetvrecorder.com entschieden. Der Grund: Er ist kostenlos, finanziert sich über Werbung. Und ich bin fast durchweg begeistert!
Gleich als erstes der überzeugendste Grund, sich für diesen Online-Rekorder zu entscheiden: Man verpasst keine Sendung mehr! Der Rekorder läuft 24 Stunden am Tag auf insgesamt 57 Kanälen. Dazu zählen übrigens auch einige der digitalen Programme, wie z. B. ARD Einsfestival oder der ZDF Theaterkanal. Mit der Anmeldung bei OnlineTvRecorder fängt der 24/7-Videorekorder an zu laufen. Einen kleinen Haken gibt es allerdings: Man muss ein sogenanntes Premiummitglied sein, um auf die Sendungen zugreifen zu können. Dafür muss man 50 Credits (GWP-Punkte) besitzen. Diese kann man sich recht mühselig zusammenklicken, indem man die Werbebanner der Seite aufruft. Das dauert jedoch lange und ist eher lästig. Ratsam ist es, ein paar Euro zu investieren. Für zwei Euro kann man beispielsweise schon drei Monate die Premiummitgliedschaft erwerben, ohne nur einen Banner anklicken zu müssen.
Natürlich kann man den Videorekorder auch gezielt programmieren. Das erleichtert den späteren Zugriff auf die gewünschte Sendung, weil man nicht erst in der Historie nach der jeweiligen Ausstrahlung suchen muss. Aufgezeichnet wird jede Sendung stets mit einem Zeitpuffer vor und nach dem geplanten Sendestart und Sendeende, sodass man z. B. den gewünschten Spielfilm auf jeden Fall auch bekommen sollte.
Einige Stunden nach der Aufzeichnung steht das Objekt der Begierde zum Download bereit. Man kann die Datei direkt von der OTR-Seite herunterladen, eine Mirror-Seite benutzen oder auch eine Torrent-Datei. Lädt man sie direkt von OTR herunter (die Downloadgeschwindigkeit ist stets hoch!), muss man dafür einige GWP-Punkte opfern. Auf den Mirror-Seiten kostet es nichts. Dort muss man sich allerdings durch einigen Werbemüll klicken und eventuell in eine Warteliste einreihen. Aber auch dann wird einem normalerweise eine Highspeed-Verbindung zur Verfügung gestellt. Nach meiner Erfahrung ist der Download über Torrents am zeitintensivsten.
Ist der Download abgeschlossen, muss man die Datei noch umwandeln, denn sie liegt im verschlüsselten OTRKEY-Format vor. Dazu benötigt man ein kleines Tool (z. B. Multidecoder), das bei der Gelegenheit auch noch überprüft, ob die Datei fehlerfrei geblieben ist. Umgewandelt wird ins DivX-Format. HD-Aufnahmen gibt es von einigen Sendungen übrigens ebenfalls.
Wenn man will, kann man sich die Sendungen freilich noch zurechtschneiden (Anfang und Ende entfernen, ggf. Werbeblöcke herausschneiden). Bei vielen Sendungen stehen auch Schnittlisten zum Download zur Verfügung, sodass man diese nur herunterzuladen braucht und sie im Cut Assistant öffnet – zwei Minuten später hat man in der Regel eine perfekte Filmdatei!
Ich gebe zu, das hört sich zunächst nach viel Arbeit an. Ist es aber nicht. Wenn man sich dort erst einmal reingefuchst hat, geht es blitzschnell. Man kann das leicht neben der normalen Arbeit am Rechner erledigen.
Zum Schluss gibt es dann doch noch eine kleine Kritik: Die Qualität der einzelnen Sender ist unterschiedlich. Während die großen Programme wie ARD, ZDF, Pro7 usw. in absoluter Spitzenqualität aufgezeichnet werden, sind die Bilder manch eines drittes Programms (z. B. MDR) oder auch von 3SAT und Phoenix grundsätzlich etwas verrauscht. Hier einige Screenshots:
Summa summarum kann ich diesen virtuellen Videorekorder bedenkenlos empfehlen. Die Vorteile überwiegen ganz klar und vom Preis-Leistungsverhältnis ist das Ganze im Vergleich zur Anschaffung eines Festplattenrekorders unschlagbar günstig!
Gleich als erstes der überzeugendste Grund, sich für diesen Online-Rekorder zu entscheiden: Man verpasst keine Sendung mehr! Der Rekorder läuft 24 Stunden am Tag auf insgesamt 57 Kanälen. Dazu zählen übrigens auch einige der digitalen Programme, wie z. B. ARD Einsfestival oder der ZDF Theaterkanal. Mit der Anmeldung bei OnlineTvRecorder fängt der 24/7-Videorekorder an zu laufen. Einen kleinen Haken gibt es allerdings: Man muss ein sogenanntes Premiummitglied sein, um auf die Sendungen zugreifen zu können. Dafür muss man 50 Credits (GWP-Punkte) besitzen. Diese kann man sich recht mühselig zusammenklicken, indem man die Werbebanner der Seite aufruft. Das dauert jedoch lange und ist eher lästig. Ratsam ist es, ein paar Euro zu investieren. Für zwei Euro kann man beispielsweise schon drei Monate die Premiummitgliedschaft erwerben, ohne nur einen Banner anklicken zu müssen.
Natürlich kann man den Videorekorder auch gezielt programmieren. Das erleichtert den späteren Zugriff auf die gewünschte Sendung, weil man nicht erst in der Historie nach der jeweiligen Ausstrahlung suchen muss. Aufgezeichnet wird jede Sendung stets mit einem Zeitpuffer vor und nach dem geplanten Sendestart und Sendeende, sodass man z. B. den gewünschten Spielfilm auf jeden Fall auch bekommen sollte.
Einige Stunden nach der Aufzeichnung steht das Objekt der Begierde zum Download bereit. Man kann die Datei direkt von der OTR-Seite herunterladen, eine Mirror-Seite benutzen oder auch eine Torrent-Datei. Lädt man sie direkt von OTR herunter (die Downloadgeschwindigkeit ist stets hoch!), muss man dafür einige GWP-Punkte opfern. Auf den Mirror-Seiten kostet es nichts. Dort muss man sich allerdings durch einigen Werbemüll klicken und eventuell in eine Warteliste einreihen. Aber auch dann wird einem normalerweise eine Highspeed-Verbindung zur Verfügung gestellt. Nach meiner Erfahrung ist der Download über Torrents am zeitintensivsten.
Ist der Download abgeschlossen, muss man die Datei noch umwandeln, denn sie liegt im verschlüsselten OTRKEY-Format vor. Dazu benötigt man ein kleines Tool (z. B. Multidecoder), das bei der Gelegenheit auch noch überprüft, ob die Datei fehlerfrei geblieben ist. Umgewandelt wird ins DivX-Format. HD-Aufnahmen gibt es von einigen Sendungen übrigens ebenfalls.
Wenn man will, kann man sich die Sendungen freilich noch zurechtschneiden (Anfang und Ende entfernen, ggf. Werbeblöcke herausschneiden). Bei vielen Sendungen stehen auch Schnittlisten zum Download zur Verfügung, sodass man diese nur herunterzuladen braucht und sie im Cut Assistant öffnet – zwei Minuten später hat man in der Regel eine perfekte Filmdatei!
Ich gebe zu, das hört sich zunächst nach viel Arbeit an. Ist es aber nicht. Wenn man sich dort erst einmal reingefuchst hat, geht es blitzschnell. Man kann das leicht neben der normalen Arbeit am Rechner erledigen.
Zum Schluss gibt es dann doch noch eine kleine Kritik: Die Qualität der einzelnen Sender ist unterschiedlich. Während die großen Programme wie ARD, ZDF, Pro7 usw. in absoluter Spitzenqualität aufgezeichnet werden, sind die Bilder manch eines drittes Programms (z. B. MDR) oder auch von 3SAT und Phoenix grundsätzlich etwas verrauscht. Hier einige Screenshots:
Summa summarum kann ich diesen virtuellen Videorekorder bedenkenlos empfehlen. Die Vorteile überwiegen ganz klar und vom Preis-Leistungsverhältnis ist das Ganze im Vergleich zur Anschaffung eines Festplattenrekorders unschlagbar günstig!
Samstag, Dezember 27, 2008
2008 - Ein Jahresrückblick
Der Jahresrückblick stellt den Filmblogger vor ein organisatorisches Problem: Welche Filme hat er in den vergangenen 365 Tagen gesehen? Welche davon stammen tatsächlich aus diesem Jahr? Gerade bei Leuten, die aufgrund mangelnder Zeit und mangelnden Kino-Angebots darauf angewiesen sind, Neuheiten auf DVD zu sehen, verschwimmen schnell die Jahresgrenzen. Ich habe mir große Mühe gegeben, meine Sichtungen zu rekonstruieren und bin dabei auf insgesamt über 50 Kinofilme gekommen, die 2008 in deutschen Lichtspielhäusern zu sehen waren. Dazu zähle ich auch Festivalfilme. Ich ordne sie in vier Kategorien: Die Großartigen, die Guten, die Mittelmäßigen und die Schwachen.
Die Crème de la crème
Burn After Reading ist seit langem der erste Film, der das gewohnte Coen-Gefühl der 90er Jahre wieder auszulösen vermag. Vielleicht sind es die starken Anleihen an Fargo (man achte nur auf die musikalische Begleitung), die Burn After Reading zur besten Komödie des Jahres werden lässt. John Malkovich als cholerischer Ex-Agent macht auch bei Mehrfachsichtungen einen Heidenspaß. Wann sonst darf er schließlich solch schöne Sätze ausspucken wie: „I have a drinking problem? - You're a Mormon. Compared to you we all have a drinking problem!“
No Country for Old Men mit seinen famosen Landschaftsaufnahmen, geschliffenen Dialogen und hochkarätigem Darsteller-Ensemble ist kaum noch als Coen-Film erkennbar. Die Brüder haben sich hier bewusst zugunsten der Story zurückgenommen, sie insbesondere in der ersten Hälfte fast eins zu eins aus Cormac McCarthys Vorlage übernommen. Die erfolgten Vereinfachungen ergeben Sinn, lassen den durchaus fordernden Film für den Zuschauer zugänglicher werden. Dieses Jahr ging der Oscar ausnahmsweise mal an die richtigen!
There Will Be Blood hätte die Oscars für beste Regie und Film allerdings ebenfalls verdient: ein vielschichtiges und stilistisch reifes Epos, wie man es von keinem anderen so jungen Regisseur neben Paul Thomas Anderson erwarten würde. Lediglich die Fehlbesetzung des maßlos überforderten Paul Dano als Paul/Eli ist an diesem ansonsten nahezu perfekten Film klar zu beanstanden.
In Bruges steht hier als größte Überraschung des Jahres. Denn diese kleine Gangster-Moritat hatte wohl vergangenes Jahr noch niemand auf dem Radar. Mit einem ordentlichen Schuss schwarzen Humor versehen, weiß die Geschichte von zwei Killern im belgischen Exil auf ganzer Linie zu überzeugen.
Redacted: Brian De Palmas intelligenter, preisgekrönter, stilistisches Neuland betretender Wutschrei gegen den Irakkrieg, dem hierzulande bedauerlicherweise nur eine Videothekenpremiere zuteil wurde. Eine Schande, gerade angesichts des vielen Schrotts, der weiter unten aufgeführt wird.
Iron Man ist gleich zweierlei: Die beste Comicverfilmung und der beste Actionfilm des Jahres.
Before the Devil Knows You're Dead: Sidney Lumet meldet sich mit diesem phänomenalen Thriller zurück. Leider ist diese kluge Familiengeschichte vom Kinopublikum weitgehend unbeachtet geblieben.Die Guten

Låt den rätte komma in flimmerte auf dem FFF als Centerpiece über deutsche Leinwände. Dort habe ich ihn nicht gesehen, konnte dies dank des jüngst erfolgten deutschen Kinostarts aber nun nachholen und wurde nicht enttäuscht. Der beste Vampirfilm seit Near Dark.

Midnight Meat Train ist neben dem schwedischen Vampirfilm der beste Horrorfilm des Jahres. Kleinere darstellerische und dramaturgische Schwächen werden durch eine dichte Atmosphäre und einer gelungenen Mischung aus realen und CGI-Effekten ausgebügelt.
The Dark Knight habe ich mittlerweile dreimal gesehen. Mit jedem Mal hat er mir weniger gefallen. Über jeden Zweifel erhaben sind einige der Actionsequenzen und die Leistung Heath Ledgers. Dennoch hat TDK mehr als eine Länge und erreicht selten die erzählerische Intelligenz des ersten Teils.

Weitere empfehlenswerte Horrorfilme des Jahres sind Eden Lake, und All the Boys Love Mandy Lane. The Mist macht riesigen Spaß, wenn man ihn als Trash sieht. Gleiches gilt für My Name is Bruce und Dance of the Dead.
In der Sparte anspruchsvollerer Filme wissen Cassandra's Dream, Michael Clayton, Le Scaphandre et le papillon sowie Interview und In the Valley of Elah zu überzeugen.
Die Neuverfilmung von Die Welle darf ebenfalls als gelungen angesehen werden, wenn man einmal vom dämliche
n Drehbuchdoktor-Ende absieht. Da hatten die Macher nicht den Arsch in der Hose, auf die Vorlage zu vertrauen.Mit JCVD hat sich Jean Claude van Damme dieses Jahr unerwartet leise, aber dafür umso persönlicher zurückgemeldet. Hoffen wir, dass er diese zweite Chance zu nutzen versteht.
Und schließlich hat uns Roger Donaldson mit The Bank Job den intensivsten Heistfilm seit Heat geschenkt.
Die Mittelmäßigen

Hellboy 2 schließt sauber an den ersten Teil an, leidet immer noch an der viel zu prolligen Hauptfigur und ersäuft streckenweise an seinen kitschigen CGI-Effekten. Als harmloser Sonntagnachmittagfilm ohne Nebenwirkungen lässt er sich dennoch bedenkenlos konsumieren.

The Darjeeling Limited wirkt wie fast alle Wes Anderson Filme furchtbar angestrengt. Auch die Figuren sind erneut unsympathische Higher-Class-Yuppies, deren Familienschmerz mich nicht im Geringsten berührt. Allerdings bietet TDL neben einer überaus schönen Optik auch hin und wieder Momente schwereloser Heiterkeit.
Tropic Thunder schwankt zwischen wenigen großartigen und einer Handvoll billigen Gag-Nummern. Bildet man den Mittelwert aus diesen zwei Extremen, landet man in der Mittelmäßigkeit, wo auch die überwiegende Mehrheit der Blödeleien anzusiedeln sind.

Sweeney Todd: Imposante Studio-Bauten setzt wohl niemand so gekonnt düster in Szene wie Tim Burton. Die dünne Handlung wird von gewöhnungsbedürftiger Musik begleitet, die erstklassige Schauspieler mit drittklassigem Gesang untermalen.
Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull enttäuscht nach gelungener erster Hälfte im dritten Akt. Mehrfachsichtungen bekommen dem Film überhaupt nicht.
Hancock: Wie Indy 4 verliert auch dieser Film seine Fahrt im dritten Akt, als er anfängt dem Zuschauer Erklärungen zu liefern. Ansonsten: hirnloser Spaß zum Kopfabschalten.
How To Lose Friends & Alienate People: Ebenso leichte Kost wie Run, Fatboy Run. Pegg verbindet erneut britischen mit amerikanischem Humor, was diese 08/15-Story kräftig nach oben reißt.
Be Kind Rewind: Nach Michel Gondrys letztem Film habe ich nicht mehr viel erwartet. Genau das trat dann auch ein. Highlight sind die „geswedeten“ Filme, der Rest ist eher mau.
The Incredible Hulk kann freilich nicht an die beste Comicverfilmung aller Zeiten in punkto Tiefgang anschließen. Dafür kracht es ganz ansehnlich. Allerdings empfehlen sich auch hier keine Mehrfachsichtungen!

Mirrors: Jack Bauer gefangen in einem japanischen Horrorfilm! Gewohnt souverän kämpft er sich aus der Bredouille. Das macht Spaß! Als Alexandre-Aja-Film ist Mirrors allerdings die wohl heftigste Horrorfilm-Enttäuschung des Jahres.
Außerdem mittelprächtig: Donkey Punch, Hush, I am Legend, X-Files – I want to Believe, Wanted, Run, Fat Boy Run, Diary of the Dead, Transsiberian.
Schwache Filme und Ärgernisse

Speed Racer: bunt, laut und trotzdem öde. Dieser Artikel der Süddeutschen fasst das Problem von Speed Racer klug zusammen, erklärt, warum diese knallbunte Kinderfantasie als Actionfilm nicht funktionieren kann. Kurz gesagt: Es fehlt die Körperlichkeit, die scheinbare Gefahr der Action. Ich hoffe inständig, dass die Zukunft des Actionkinos anders aussieht! Revolutionierten die Wachowski-Brüder vor knapp zehn Jahren den Actionfilm, läuten sie hiermit nun dessen Sterbeglocke.
Quantum of Solace setzt das fulminante Reboot der Bondserie schaurig schlecht fort. Ein armselig gescripteter, hundsmiserabel geschnittener, insgesamt einfach überflüssiger Haufen Müll, über den ich mich gar nicht weiter aufregen will. Abgehakt und fertig. Der nächste Bond kann kommen.
Juno wurde groß bejubelt, bleibt aber der vielleicht verlogenste Film des Jahres, weil er uns eine Hauptfigur präsentiert, aus der die Sprache der 30-jährigen Drehbuchautorin quillt. Die Konsequenz: Juno wirkt furchtbar altklug und ist als Figur kein Stück glaubwürdig. Auch der nette Retro-Flair (Mode, Musik) kann über diese Grundschwäche nicht hinwegtäuschen.
Cloverfield ist nur eines: Sterbenslangweilig! Warum irgendwer mit diesen Arschlöchern mitfiebert, bleibt mir ein Rätsel. Auch die pseudo-dokumentarische Haltung des Films nervt gewaltig.
21 zeigt, wie vergleichsweise genial das kanadische Fernsehen mit The Last Casino die literarische Vorlage „Bringing Down the House“ umgesetzt hat. The Last Casino wirkt wie Ecstasy, 21 wie ein Sedativum.
Weiterer Schrott: John Rambo, Vantage Point, Jumper, Alien vs. Predator 2, You don' mess with the Zohan, Jack Brooks – Monster Slayer, A L'Interieur
2008 war eindeutig das Jahr der Coens! Sie haben diesem Kinojahr ihren Stempel aufgedrückt. Enttäuscht haben wie schon in den vergangenen Jahren die Blockbuster. Das Fantasyfilmfest im Sommer bot insgesamt gute Kost. Zwei Filme, die dieses Jahr noch auf dem Programm stehen, sind der neue Woody Allen Vicky Cristina Barcelona und Breloers Buddenbrooks-Verfilmung.
Montag, Dezember 15, 2008
Freitag, November 21, 2008
Donnerstag, November 13, 2008
Batman in trouble
Gerade bei The House Next Door entdeckt: Erst wurde Hans Zimmers Score von The Dark Knight nicht zur Oscarnominierung zugelassen (klick), nun wird Christopher Nolan auch noch von der türkischen Stadt Batman verklagt:Hüseyin Kalkan, mayor of Batman, an ancient oil-producing town in south-eastern Turkey, is planning to sue Christopher Nolan, director of the recent box-office behemoth The Dark Knight, over the use of the name in the film. He claims Nolan and Warner Bros, which owns the film rights to the comic-book character, purloined the name without checking with him first. "There is only one Batman in the world," said Kalkan, a member of the pro-Kurdish Democratic Society party. "The American producers used the name of our city without informing us."
Samstag, November 08, 2008
Short Cuts #10
Redneck zeigt Telly Savalas als eben solch einen dümmlichen Ami mit dem bezeichnenden Namen Memphis, der zusammen mit seinem Partner Mosquito (Franco Nero) einen Juwelier überfällt. Die Chose geht natürlich schief und die zwei finden sich auf der Flucht wieder - mit einem kleinen britischen Diplomatensöhnchen (ein wundervoller Kontrastakzent zu Savalas etwas angestrengt wirkendem Südstaaten-Gedröhn) im Kidnap-Gepäck. Einige Leichen pflastern freilich ihren Weg - Redneck-Savalas ist ein bisschen irre und es macht einen Heidenspaß ihm beim Overacting zuzusehen. - In den Nachtszenen ist Redneck chronisch unterbelichtet. Die UK-DVD verfügt nicht einmal über ein Szenenmenü, die Bildqualität ist grausig - doch diesen Film muss man so sehen. Eine Trashperle!
Liest man die Credits von Menschen am Sonntag, muss man sich die Augen reiben: Robert und Curt Siodmak, Billie Wilder, Edgar G. Ulmer, Fred Zinnemann - alle für diesen kleinen Film vereint, der vier junge Berliner bei einem sonntäglichen Ausflug an den Wannsee zeigt. Eine halbdokumentarische Liebeserklärung an das Berlin der späten 20er Jahre, ein Feelgood-Film mit melancholischen Zwischentönen, der großartige Berlin-Bilder serviert. Dabei wirkt er nie angestrengt oder verkopft. Eben diese Leichtigkeit ist es, die Menschen am Sonntag so liebenswert werden lässt. Diese Menschen beim fröhlichen Geplansche im Wannsee zu sehen, ist komischer als das meiste, was sich heutzutage "Komödie" schimpft. Gedreht mit Laiendarstellern für ein lächerlich geringes Budget, erkannte das lokale Publikum schon damals, wie genial dieser Stummfilm ist: Er wurde ein großer Erfolg in den Ku'damm-Kinos.
Die Unkenrufe im Vorfeld waren diesmal berechtigt: Quantum of Solace ist tatsächlich ein herber Rückschritt nach Casino Royale. Die Action ist nicht überwältigend, sondern zu großen Teilen schlecht aus den Bourne-Filmen übernommen, eine Handlung im Grunde kaum existent, die Bondgirls so langweilig wie selten zuvor und auch der Ton des Films kann nur manchmal an Casino Royale anschließen. In den Momenten, als man gerade glaubt, dass es nun richtig losgeht, wird das Potenzial nicht richtig ausgeschöpft. So zum Beispiel bei der besten Szene des Films: Der Tosca-Aufführung in Bregenz. Die langsame Entwicklung der Bondfigur ist neben dem stets grimmig dreinblickenden Felix Leiter (Jeffrey Wright) noch das gelungenste an Quantum of Solace. - Der nächste wird bestimmt besser!
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