Donnerstag, Februar 01, 2007

Masters of Horror: We All Scream for Ice Cream


Tom Holland hat in der zweiten Hälfte der 80er mit Fright Night und Child's Play zwei beachtliche Filme abgeliefert, die beide Sequels nach sich zogen und bis heute wenig von ihrem Charme verloren haben. Doch ab Beginn der 90er bewies Holland ein weniger glückliches Händchen bei der Realisierung seiner Projekte. So adaptierte er zwei Stephen King Geschichten (Thinner und The Langoliers) - beide alles andere als herausragend. In seinem Masters of Horror Beitrag We All Scream for Ice Cream taucht nun ein Monster in Gestalt eines Clowns auf. Das erinnert unweigerlich an eine weitere mittelmäßige Stephen King-TV-Verfilmung aus den 90ern: It. Während der Clown Pennywise in It jedoch ein uraltes Wesen ist, das sich von Kindern und deren Ängsten ernährt, handelt es sich bei Buster (William Forsythe) in We All Scream for Ice Cream um einen auf Vergeltung sinnenden Eisverkäufer, der die Kinder seiner einstigen Peiniger als Rächer missbraucht.

Der vorbildliche Familienvater Layne (Lee Tergesen) kehrt in die Stadt seiner Kindheit zurück. Seine damaligen Freunde (die ganze Bandbreite von Kinderstereotypen wird hier bedient) verschwinden nach und nach - dank Buster dem Clown. In mehreren Rückblenden erfahren wir nun von einem dunklen Geheimnis, das die Freunde miteinander verbindet.

Abgesehen davon, dass Holland es nicht schafft, auch nur für einen Moment eine annähernd gruselige Atmosphäre zu kreieren, die dem vorhersehbaren Plot und der konventionellen Erzählstruktur etwas entgegenhalten könnte, erleben wir hier die bislang schwächsten Schauspielerleistungen dieser Season. Ganz schlimm sind die Kinderdarsteller. Und obendrein versachlicht das Drehbuch die durchweg stereotypen Kinderfiguren auch noch zu reinen Werkzeugen, die der Handlung dienen. Nun ist man ja aus amerikanischen Filmen gewöhnt, völlig unrealistische Kinderfiguren präsentiert zu bekommen (Hi, Mr. Spielberg!), doch We All Scream for Ice Cream schießt den Vogel ab. Würde eine andere Minderheit auf eine derart freche (und vom Drehbuch unbegründete) Art und Weise verdinglicht werden, wären Protestschreie zu hören. Nur: Kinder haben keine Lobby...und sind zu jung für Masters of Horror. Das ist in diesem Fall jedoch eindeutig ihr Glück!

3.5/10 Punkten.

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