Sonntag, März 24, 2013

FFF Nights: The ABCs of Death

Zu viele Köche verderben den Brei, heißt es. Und viele Filmprojekte scheinen diese Binsenweisheit zu bestätigen. New York Stories oder Four Rooms fallen sofort ein. Auch Cloud Atlas spaltet die Gemüter. Im Fall von The ABCs of Death ist das Konzept simpel, aber irgendwie sympathisch-doof: Wir gehen das Alphabet durch und zu jedem Buchstaben gibt's einen Kurzfilm, in dem jemand ums Leben kommt. Im Film zum Buchstaben Q behauptet der sich selbst in Szene setzende Regisseur, man erhalte 5000 Dollar Budget für die Realisierung. Sollte das stimmen, überraschen einige der Beiträge dadurch, wie viel man mit so wenig Geld auf die Leinwand zaubern kann (H is for Hydro-Electric Diffusion / V is for Vagitus). Manch andere Crew hat hingegen offenbar 4000 Dollar versoffen, um zu einer Idee zu gelangen, wie man das Restgeld noch filmisch nutzen könne (G is for Gravity / M is for Miscarriage). 

Das Gesamtwerk kann allerdings trotz der gut zwei Stunden Laufzeit überzeugen. Die Filme der "großen Namen" (Ti West: M is for Miscarriage / Ben Wheatley: U is for Unearthed) gehören allerdings nicht unbedingt zu den Höhepunkten.
7/10

Donnerstag, März 21, 2013

Demnächst: PASSION-Kritik

Heute fand die Berliner Pressevorführung von Passion statt, zu der ich als nicht-Journalist freundlicherweise eingeladen wurde. Eine Rezension wird also demnächst folgen. Nur soviel vorab: Passion ist ein streckenweise unfassbar komischer Film, unter anderem weil De Palma sich hier so hemmungslos selbst zitiert wie nie zuvor. Nach der Stimmung während und nach der Pressevorstellung zu urteilen, wird Passion die deutsche Kritik wohl bestenfalls spalten. Ich befürchte allerdings, die Mehrheit wird ihn verreißen.

Dienstag, Februar 05, 2013

Recently Watched Movies #35


  • The Thing (2011)  49
  • Scanners 75
  • The Hobbit 70
  • Wahl der Waffen 70
  • Midnight Express 90
  • Asso 55
  • Der gezähmte Widerspenstige 55
  • Der Brummbär 28
  • Kill List 60
  • Lincoln 35
  • Flight 65
  • Django Unchained 88
  • Night of the Comet 55
  • Die Spielwütigen 78
  • Dexter Season 7 62
  • Boardwalk Empire Season 3  83
  • True Blood Season 5  60
  • Frost / Nixon 66
  • Nichts als die Wahrheit 70
  • Edge of Darkness 53

Mittwoch, Januar 02, 2013

2012 - Ein Jahresrückblick


Aus Ermangelung an Zeit präsentiere ich die Filmliste des vergangenen Jahres kommentarlos. Innerhalb der Qualitätsstufen stehen die Filme in wahlloser Reihenfolge.

Die Crème de la crème

Drive
Tinker Tailor Soldier Spy 

Die Guten

The Girl with the Dragon Tatoo
The Grey
Skyfall 
The Cabin in the Woods 
The Innkeepers 
Der Turm 
We Need to Talk About Kevin
The Hobbit 
Killer Joe
MiB III
Dark Shadows 
Switch

Die Mittelmäßigen

Haywire
Safe House
Excision
The Baytown Outlaws
The Rum Diary
Ghost Rider: Spirit of Vengeance
The Dark Knight Rises
The Hunger Games
The Descendants
The Avengers
Sightseers
M:I 4
Hugo Cabret 
The Iron Lady
Ted 
Grabbers

Schwache Filme und Ärgernisse 
 
Chronicle
21 Jump Street
Prometheus
Moneyball
Iron Sky
Die vierte Macht
The Dictator
John Carter
Russendisko
Piranha - 3DD

Freitag, November 30, 2012

Recently Watched Movies #34


  • Ghost Rider: Spirit of Vengeance 55
  • The Dictator 56
  • Year of the Dragon 61
  • Super 8 63
  • Der Turm 77
  • Kurz und schmerzlos 63
  • Chico 53
  • John Carter 48
  • Girl with a Pearl Earring 84
  • James Bond: Skyfall  75
  • Mission Impossible - Ghost Protocol 57
  • Lawrence of Arabia 97
  • Die vierte Macht 50
  • L.A. Takedown 60
  • Alice in Wonderland (2010) 65
  • Der rote Kakadu 80
  • The Iron Lady 45
  • Secrets and Lies 68
  • Chronicle 58
  • Men in Black III 67
  • Russendisko 40
  • Iron Sky 49
  • 21 Jump Street (2012) 56
  • The Grey 83
  • Moneyball 35
  • Safe House 55
  • Four Weddings and a Funeral 68
  • The Cabin in the Woods 78

Freitag, November 16, 2012

Samstag, September 22, 2012

Die glorreichen 7: Die schwächsten Bondfilme



Angeregt von John Kenneth Muirs brillanter Rezension zu Licence to Kill setze ich das fort, was ich vor einigen Jahren begann: 007 in den glorreichen 7. Meine Lieblingsbonds habe ich bereits vor sechs Jahren niedergelegt. Daran hat sich wenig geändert. Heute soll es um die schwächsten Bondfilme gehen. Wie unschön - könnte jemand sagen. Wieso Nieten besprechen? Die klare Antwort lautet: Weil es Spaß macht! Denn Bondfilme sind nicht wirklich übel. Jeder Film der Serie ist auf gewisse Weise sehenswert. Mindestens einmal jedenfalls.  Um jene Bond-Filme, die man nach einmaligem Sehen für einige Jahre verdrängen sollte, geht es jetzt. (Ich freue mich übrigens über regen Widerspruch.)

Ein Film, den ich eigentlich ganz gerne habe, den ich aber gleichzeitig hasse, weil er das Ende der Dalton-Ära zementiert und den Beginn der Dressman-Bonds markiert. Ich habe nichts gegen Pierce Brosnan, aber er konnte mich als Bond nie überzeugen. Er blieb irgendwie gesichtslos. Langweilig. Nicht so charismatisch wie Connery, nicht so selbstironisch wie Moore, lange nicht so hart wie Dalton oder jetzt Craig - einfach uninteressant und öde. Deshalb hat mich Goldeneye auch nie wirklich gepackt. Der ganze Film wirkt unglaublich kühl und kalkuliert. Außerdem führte er mir vor etwa zwei Jahren drastisch vor Augen, wie weit die 90er modisch doch schon zurückliegen (man achte auf das Outfit Natalya Simonovas!).

Die Story ist zwar so gut, dass sie (nach Rechtstreit) in Never Say Never Again recycled wurde. Doch das inoffizielle Remake legt offen dar, woran es dem Original mangelte, nämlich an Bescheidenheit in Bezug auf die Unterwassersequenzen. Irgendjemand ist hier seiner Liebe zum Tauchsport erlegen und hat dafür gesorgt, dass die Unterwassersequenzen deutlich zu lang geraten sind. Überhaupt krankt der Film an seiner Überlänge. Und an der Tatsache, dass zu viele Frames in der finalen Bootsfahrt entfernt wurden: Die übertriebene Geschwindigkeit wirkt hier extrem unnatürlich. Weniger wäre mehr gewesen!



Bond goes Japanese. Toll. Die Anfangssequenz ist großartig. Bonds vermeintlicher Tod ist schließlich ein Topos, der -nach dem Trailer zu urteilen- auch in Skyfall eine wichtige Rolle spielen wird. Dennoch gehört You Only Live Twice nicht zu meinen Lieblingsbonds. Ich gebe zu: Er ist opulenter als seine Vorgänger, hat ausgetüfteltere Gadgets - ein deutlich erkennbares Highbudget. Aber er ist ob seiner Verliebtheit in den eigen Bauchnabel ("Schaut mal, was ich euch alles zu zeigen habe!") nicht gut gealtert. Um es klarer zu sagen: You Only Live Twice hat mehr als eine Länge.


Star Wars trieb auch Bond ins All. Immerhin gibt's eine schöne Sequenz in Venedig und die Wiederkehr des Beißers (Jaws!). Abgesehen davon: Ein ziemlicher Ausfall.

Von vielen als einer der besten Bonds gelistet, gehört er für mich zu den schwächsten. Die Frauenrolle (russische Agentin, die dringend von einem Engländer verführt werden muss, um glücklich und hörig zu werden) und auch die Darstellung der Zigeuner sind alles andere als angenehm. Sicherlich muss man den Film aus seiner Zeit heraus verstehen. Aber das fällt mir in diesem Fall besonders schwer. Und der Catfight der Gipsygirls war -zumindest für mich- schon immer unerotisch und viel zu lang.

Der vermutlich überflüssigste Bond der gesamten Reihe. Liegt's an Madonna? Wohl kaum. Vielmehr ist das gesamte Drehbuch eine Katastrophe. Einzig Rosamund Pike als coole Miranda Frost kann vollends überzeugen. Davon einmal abgesehen ist Die Another Day ein einziges Ärgernis. Die Story scheint beliebig aus altbewährten Bond-Versatzstücken zusammengewürfelt. Hinzu kommen völlig überflüssige Bullettime-Effekte und schließlich ein gelangweilt wirkender Brosnan, dem man deutlich anmerkt, diesen Film nur noch wegen des Geldes zu machen.

Der Totalausfall. Nach dem phänomenalen Start von Daniel Craig in Casino Royale kam 2008 diese Gurke unter der Regie von Mark Forster in die Kinos. Hier gibt es Actionszenen, die sich dermaßen bei den stilbildenden Bourne-Filmen anbiedern, dass einem schlecht wird. Offenbar wurde Bourne-Supremacy-Cutter Richard Pearson erst an Bord geholt, nachdem die Actionszenen bereits am Kasten waren. Anders kann ich mir das Schnitt-Desaster nicht erklären. Abgesehen davon handelt es sich um einen unoriginellen Bondfilm mit furchtbaren Bondgirls und einem grauslichen Bondsong. Sogar das Potenzial der besten Sequenz (Oper in Bregenz) wird fast komplett verschenkt. 

Freitag, September 21, 2012

Recently Watched Movies #33


  • Black Dynamite 68
  • Unknown Identity 65
  • The King's Speech 64
  • Act of Violence 78
  • Caché 84
  • L.A. Confidential 90
  • Deliverance 95
  • An American Werewolf in London 80
  • The Next 3 Days 37
  • Paranoid Park 45
  • Blood - The Last Vampire (2000) 66
  • Haywire 73
  • Close Encounters of the Third Kind 50
  • Un flic 74
  • The Man with the Golden Arm 62
  • Fright Night (2011) 30
  • Beyond a Reasonable Doubt (2010) 35
  • RoboCop IV: Crash and Burn 26
  • Jaws 96

Donnerstag, August 30, 2012

FFF-Ticker: Ein kurzes Resümee


Nach einigen Jahren der Pause bin ich sehr zufrieden mit meiner Ausbeute beim diesjährigen Fantasy Filmfest. Kein Totalausfall war unter den gewählten Filmen, Get Shorty konnte ebenfalls begeistern und der Abschlussstreifen The Baytown Outlaws hat einen gut gelaunt, wenn auch nicht euphorisch, entlassen.

Eine eindeutig positive Entwicklung ist die reduzierte Anzahl an Werbeclips vor den Vorstellungen. Bei früheren Festen vergingen gerne mal 10-15 Minuten, bevor der eigentliche Film begann. Dieses Jahr gab's außer dem obligaten TV-Spielfilm-Spot lediglich ein paar Trailer zu Festivalbeiträgen. Und die schaut man schließlich gern.
 
Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann höchstens die grausame Architektur des CinemaxX, die nicht darauf ausgelegt ist, große Besucherströme entspannt in und aus dem Kino zu leiten. Das Anstehen vor den Filmen gestaltet sich auch wegen des potthässlichen Foyers unangenehm. Zum Glück landet man aber in einem ansehnlichen Saal. Wobei ich hinzufügen muss: Das dieses Jahr neu hinzugekommene Event Cinema im Cinestar ist eindeutig das schickere Kino. Die breiten Ledersessel und der gute Blick auf die große Leinwand von allen Plätzen machen schon was her. Auch das Foyer erscheint weitläufiger, heller, angenehmer - eine gut Entscheidung, diesen Saal auch in Zukunft nutzen zu wollen.

Abschließend noch der Überblick über die besprochenen Filme:

FFF-Ticker: Abschlussfilm - The Baytown Outlaws

Ein würdiger, wenn auch nicht bombastischer Abschluss. Das ist The Baytown Outlaws. Immerhin eine Weltpremiere, die bislang nur dem Fachpublikum in Cannes gezeigt wurde und von Universal vermutlich im November in die US-Kinos gebracht wird. Eine muntere Ballerorgie, die überwiegend auf den verlassenen Straßen des US-amerikanischen Südens spielt. In Alabama, Texas und Tennessee klappern, knattern und knallen die Pistolen, Maschinengewehre und Schrotflinten. Bei all dem Lärm geht leider manchmal die Plot-Logik flöten.

Die drei Oodie-Brüder erhalten den Auftrag, den behinderten 17-jährigen Rob den Klauen des lokalen Obergangsters Carlos (Billy Bob Thornton) zu entreißen, um ihn ihrer attraktiven Auftraggeberin (Eva Longoria) abzuliefern. Damit wäre das fetthaarige Redneck-Trio auf einen Schlag die finanziellen Sorgen los. Doch Carlos schickt den Jungs eine Killerarmee nach der anderen auf den Hals - zunächst ein paar heiße Bikerbräute, dann eine eigenartige Gang schwarzer Straßenpiraten und schließlich völlig inkompetente indianische Söldner. Natürlich müssen die harten Killer alle scheitern, stehen die Brüder doch offenbar unter dem Schutz des Herrn.

The Baytown Outlaws flirtet in vielerlei Hinsicht mit unamerikanischem und vor allem republikanischem Gedankengut. Zwar wird dieser Flirt wiederholt ironisch gebrochen, aber richtig überzeugen mag das nicht, wenn die Helden scheinbar dumme Hinterwäldler sind, die sich am Ende Gedanken zur Theodizee machen, bevor sie ins letzte Gefecht mit den Indianern ziehen. Überhaupt: Der letzte Akt der Baytown Outlaws ist schwach. Neben Logiklöchern, die ich gerne bereit bin zu übersehen, reihen sich hier einige pathetische Dialoge aneinander. Und das letzte Feuergefecht ist inszenatorisch bestenfalls mittelmäßig durchdacht und choreografiert.

Trotzdem: Ein launiger Abschlussfilm, der bestimmt sein Publikum finden wird. Spätestens auf BD, DVD oder VoD.

6.5/10